Theaterstücke über religiöse Vielfalt in Synagoge, Moschee und Kirche

Nachricht 28. April 2017
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Die Jugendkirche in Osnabrück gehört zur evangelisch-reformierten Kirche und ist einer der Spielorte des Theaterprojekts. Bild: Jugendkirche Osnabrück

Osnabrück. Junge Laienschauspieler des Theaters Osnabrück haben sich mit der religiösen Vielfalt in ihrer Stadt auseinandergesetzt und drei Theaterstücke dazu entwickelt. Sie werden unter dem Projekttitel "Urban Prayers" in einer evangelischen Kirche, einer Moschee und der jüdischen Synagoge auf die Bühne gebracht, sagte Spielleiter Dietz-Ulrich von Czettritz dem epd. Das Stück "Alles was wir glauben mussten" hat an diesem Sonntag in der Jugendkirche der evangelisch-reformierten Gemeinde Premiere.

Im Zentrum steht eine Gruppe Jugendlicher, die eine Lösung für das friedliche Zusammenleben der drei großen Weltreligionen finden soll, erläuterte von Czettritz. Sie entwickelten Utopien und neue Rituale. Dabei werde die neu entstandene Gemeinschaft auf die Probe gestellt und komme an ihre Grenzen.

Im Mai folgen dann die Stücke "Doorways" in der Ditib-Moschee Yeni-Camii und "Nach Babel - und noch weiter" in der Synagoge. Darsteller sind die Mitglieder des Studentenclubs sowie der beiden Jugendclubs Mania und Amigos Bandidos. Sie haben ihrem Projekt den Text "Was glaubt ihr denn - Urban Prayers" des freien Autors und Regisseurs Björn Bicker zugrunde gelegt.

Biker habe Menschen über ihren Glauben und ihr religiöses Leben befragt, sagte von Czettritz. Die Antworten habe er zu einem sehr dichten Text zusammengefasst, der bereits in München und bei der Ruhr-Triennale aufgeführt wurde. Die jungen Osnabrücker Schauspieler hätten zugleich aber auch eigene Erfahrungen und Ergebnisse aus Gesprächen in den drei Gemeinden in die Arbeit eingebracht. Die Zusammenarbeit mit Haupt- und Ehrenamtlichen vor Ort sei außerordentlich gut gewesen.

Das Theater wolle mit dem Projekt einen Beitrag zum friedlichen Miteinander der Religionen leisten, betonte der Spielleiter. Jeder solle den Glauben des anderen akzeptieren, ohne von seinem eigenen Glauben Abstand nehmen zu müssen. "Wir möchten Begegnungen und Diskussionen über alle scheinbaren Grenzen und Unterschiede hinweg anregen."

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

Veranstaltungshinweis

  • Osnabrück I: Alles was wir glauben mussten am Sonntag, 30. April, 19.30 Uhr, Jugendkirche/Klöntrupstr. 6
  • Osnabrück II: Doorways am Samstag, 6. Mai, 19.30 Uhr, DITIB Osnabrück Yeni-Camii-Moschee/Frankenstr. 13
  • Osnabrück III: Nach Babel - und noch weiter am Donnerstag, 11. Mai, 19.30 Uhr, Jüdische Gemeinde/In der Barlage 41-43
  • Osnabrück I-III (Triple-Vorstellungen) Sonntag, 21. + Sonntag, 28. Mai, 15 bis 20.30 Uhr (Startpunkt: Jugendkirche/Klöntrupstr. 6)
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