Barack Obama kommt zum Kirchentag nach Berlin

Nachricht 12. April 2017
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Bild: Rolf Zoellner/epd-bild

Berlin. Barack Obama kommt zum Auftakt des Reformationssommers nach Deutschland. Das haben der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gestern bekannt gegeben. Der ehemalige US-Präsident wird am 25. Mai mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Thema: "Engagiert Demokratie gestalten - Zuhause und in der Welt Verantwortung übernehmen" diskutieren. Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au und der EKD-Ratsvorsitzende Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm moderieren die Veranstaltung vor dem Brandenburger Tor, die vom Kirchentag und der Barack Obama Stiftung gemeinsam verantwortet und vorbereitet wird.

Heinrich Bedford-Strohm hatte Präsident Obama im Mai 2016 zu einem Besuch nach Deutschland anlässlich des Reformationsjubiläums eingeladen. Bedford-Strohm: "Präsident Barack Obamas Teilnahme am Kirchentag in Berlin auf einem gemeinsamen Podium mit der Bundeskanzlerin zum Auftakt des Reformationssommers unterstreicht wie international wir 500 Jahre Reformation feiern. Die christlichen Kirchen bilden ein globales zivilgesellschaftliches Netzwerk von über zwei Milliarden Christinnen und Christen. Gemeinsam leben wir aus der festen Hoffnung unseres Glaubens auf eine bessere Welt. Wer fromm ist, muss auch politisch sein. Ich freue mich auf engagierte Debatten im Reformationssommer 2017."

Auch die Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au freut sich über die beiden prominenten Teilnehmenden des Kirchentages: "Die USA sind stark von der Reformation und ihrer Wirkungsgeschichte geprägt, zugleich haben sich die protestantischen Kirchen und Gemeinschaften dort auf eine sehr eigene Art entwickelt. Präsident Obama und Bundeskanzlerin Merkel haben ihr Engagement als Politiker auch als Ausdruck ihres christlichen Glaubens bezeichnet. Die Kirchentagsbewegung lebt von Menschen, die sich aus ihrem Glauben heraus für Gerechtigkeit und Solidarität einsetzen. Ich bin sehr gespannt, was die beiden uns Christinnen und Christen in Europa sagen werden."

Eine international renommierte Persönlichkeit konnten Kirchentag und EKD auch für den großen Festgottesdienst am 28. Mai in Wittenberg gewinnen: Prominenter Prediger auf den Elbwiesen vor den Toren der Lutherstadt wird der südafrikanische Bischof Thabo Makgoba sein. Der Erzbischof von Kapstadt und Nachfolger von Desmond Tutu gilt weit über die Grenzen der Republik Südafrikas hinaus als religiöse Führungsgestalt und moralische Autorität.

"Der Protestantismus ist keine europäische Angelegenheit geblieben, sondern hat weltweit Gesellschaften und Nationen geprägt", sagt Christina Aus der Au. "Wir freuen uns sehr darüber, dass wir beim Festgottesdienst mit Erzbischof Thabo Makgoba einen Prediger aus einem Land gewinnen konnten, das eine sehr intensive Geschichte mit dem Protestantismus hat."

Für den Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm ist die Zusage des Primas der anglikanischen Church of Southern Africa, mit dem ihn auch eine persönliche Freundschaft verbindet, eine große Freude. "Aufgrund der Leidenschaft mit der Thabo Makgoba seinen christlichen Glauben in einem reichen und doch tief zerrissenen Land authentisch und sichtbar lebt, ist er nicht nur in Afrika für viele Menschen ein Vorbild geworden", sagte er. "Wir dürfen gespannt sein auf seine Predigt."

Das Himmelfahrtswochenende wird einer der Höhepunkte des Reformationsjubiläums 2017 sein und bildet zugleich den Auftakt für den Reformationssommer. Zum 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg ab dem 24. Mai werden mehr als hunderttausend Teilnehmende erwartet. Bei den sechs "Kirchentagen auf dem Weg" in acht mitteldeutschen Städten (ab 25. Mai) machen viele Menschen Station auf dem Weg nach Lutherstadt Wittenberg. Gemeinsam treffen sich die Teilnehmenden der Kirchentage dort zum großen Festwochenende mit der Eröffnung der Weltausstellung Reformation "Tore der Freiheit" und dem Festgottesdienst auf den Elbwiesen.

Pressemitteilung des Deutschen Evangelischen Kirchentags

Moderator Peter Hahne kritisiert Obama-Auftritt beim Kirchentag

Osnabrück. Der ZDF-Moderator Peter Hahne hat den geplanten Auftritt Barack Obamas auf dem Evangelischen Kirchentag in Berlin kritisiert. "Ist nicht seine Politik es, die Trump überhaupt erst möglich machte?", sagte der Theologe und Autor der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch). Der frühere US-Präsident habe trotz seiner "Heilsversprechen" das Häftlingslager Guantanamo betrieben und Syrien im Stich gelassen. Obama sei ein "abgehalfterter Messias".

Hahne warf der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) "parasitäre Publizität" vor. Sie sonne sich in der Gegenwart Prominenter. "So wenig protestantisches Selbstbewusstsein tut schon weh", sagte Hahne, der von 1992 bis 2009 Mitglied des Rates der EKD war.

Bei dem Kirchentag Ende Mai in Berlin ist ein Gespräch Obamas mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf einer Bühne vor dem Brandenburger Tor geplant. Auch dies kritisierte Hahne. "Warum bezahle ich mit meiner Kirchensteuer Merkels Wahlkampf", fragte er.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen