Landesbischof Meister: Karfreitag als stillen Tag bewahren

Nachricht 21. März 2016
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Landesbischof Ralf Meister; Bild: Jens Schulze

Hannover (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat dazu aufgerufen, den Karfreitag als stillen Feiertag zu bewahren. "Unsere Gesellschaft lebt von öffentlichen Unterbrechungen, die Selbstverständlichkeiten und Alltägliches infrage stellen", sagte der evangelische Bischof am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Meister wandte sich auch gegen die Kritik, die immer wieder daran geübt wird, dass es am Karfreitag Einschränkungen bei öffentlichen Tanz- und Vergnügungsveranstaltungen gibt.

Die Kritiker hätten ja gegen einen arbeitsfreien Tag nichts einzuwenden, sagte er. "Wer einen Feiertag als freien Tag in Anspruch nimmt, sollte den Grund für diesen Feiertag auch dann achten, wenn er nicht der eigenen Überzeugung entspricht", betonte der Bischof, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirchen in Niedersachsen ist. Für Christen sei der Karfreitag ein "Krisen-Ruf", der an den Kreuzestod Jesu erinnere. Zugleich hätten sie die befreiende und stärkende Osterbotschaft von der Auferstehung im Blick.

Nach dem niedersächsischen Feiertagsgesetz sind öffentliche Tanzveranstaltungen von Gründonnerstag ab 5 Uhr morgens bis zum Karsamstag um Mitternacht verboten. Die Landesregierung habe derzeit keine Pläne, diese Regelungen zu ändern, hieß es dazu aus dem Innenministerium. Ein generelles Anliegen, den Feiertagsschutz zu lockern, sei bisher nicht an das Ministerium herangetragen worden, sagte eine Sprecherin. "Es gibt gelegentlich Anfragen, ob eine Erlaubnis etwa für Tanzveranstaltungen zu ermöglichen ist." Kritik am Karfreitagsschutz war in den vergangenen Jahren unter anderem von den Jungen Liberalen gekommen. 

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