Antje Brinkmann ist gelernte Tischlerin und neue Diakonin der Zwölf-Apostel-Gemeinde

Nachricht 14. März 2016

Algermissen. Das passt Antje Brinkmann vermutlich sehr gut, dass die Adventskirche in Algermissen zu großen Teilen aus Holz gebaut ist. Denn Antje Brinkmann, die hier heute als neue Diakonin der Zwölf-Apostel-Gemeinde ins Amt eingeführt wird, ist gelernte Tischlerin. Holz, das ist ihr Ding. Aber damit ist die 45-jährige Mutter von vier Kindern nur sehr ungenügend beschrieben.

Denn Antje Brinkmann hat in ihrem Leben nicht nur viel gehobelt, gefräst und gesägt, sondern ist schon immer auch der Kirche zugewandt gewesen. Ende der 90er Jahre hat sie an der Evangelischen Fachhochschule in Hannover studiert. Im Anschluss ein einjähriges Praktikum in Arnum im Kirchenkreis Laatzen-Springe absolviert. Nur um dann doch wieder als Tischlerin zu arbeiten.

Doch seit sie in Algermissen lebt, war sie „vielfältig ehrenamtlich unterwegs“, wie Landessuperintendent Eckhard Gorka in seiner Einführungsrede betont. Deshalb sei es „irgendwie folgerichtig, dass sie heute als Diakonin eingeführt wird“, so Gorka. Antje Brinkmann kennt die Gemeinde in und auswendig, hat KonfirmandInnen begleitet, ist in der Kinder- und Jugendarbeit tätig. Gorka weist aber auch darauf hin, dass sich jetzt nicht alle zurücklehnen können, weil die letzte freie Stelle in der Zwölf-Apostel-Gemeinde Sarstedt-Land besetzt ist. „Nur weil jemand ein Profi ist, heißt das nicht, dass man selbst aus der Verantwortung genommen wird“, betont Gorka. Vielmehr sei eine Diakonin eine Begleiterin, keine Bestimmerin.

Und doch ist die Freude über die Besetzung zu spüren. Allein schon im Gottesdienst: Die Jugendband „High Spirits“ überzeugt mit Kirchenliedern im Pop-Outfit, die Adventskirche wird zur Bühne, das Publikum applaudiert. Der Kinderchor klingt besser als die meisten Erwachsenenensembles, und Eckhard Gorkas Rede ist locker, aber tiefgründig. Ein gelungener Auftakt für Antje Brinkmann, die ihr Büro in Oesselse haben wird und eine halbe Stelle bekleidet.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagt Pastorin Annegret Austen beim Kaffeetrinken nach dem Gottesdienst. Sie selbst war viele Jahre ehrenamtlich in der Gemeinde tätig, bis sie Ende des letzten Jahres als Pastorin ordiniert wurde. „Es passiert nicht oft, dass Ehrenamtliche in ihrer Gemeinde einen Job bekommen“, erklärt Austen.

Dass Brinkmann die nötige Distanz fehlen könnte, um als Diakonin in ihrer eigenen Gemeinde zu arbeiten, glaubt Elke Hartebrodt-Schwier nicht. Sie ist Diakonin in Arnum und ehemalige Mentorin von Brinkmann. Sie freut sich über ihre alte und neue Kollegin: „Das ist schon was Spezielles“, gibt Hartebrodt-Schwier zu, „aber ich halte sie für reflektiert genug, einen sinnvollen Weg zu gehen“.

Antje Brinkmann selbst freut sich auf die neue Arbeit. Einen Schwerpunkt möchte sie auf die generationsübergreifende Arbeit legen, vor allen Dingen mit den jüngsten Mitgliedern der Gemeinde. „Mir ist wichtig, dass Begegnung stattfindet“, sagt Brinkmann, „ich glaube, dass durch Kinder und Familie die Gemeinde noch besser zusammenwachsen kann.“ Und hat sie sich jetzt von dem Gedanken verabschiedet, nochmal als Tischlerin zu arbeiten? Brinkmann lächelt: „Ich möchte gerne hier bleiben.“

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