Lebensberater: Millionen Deutsche leiden unter Angstphänomenen

Nachricht 18. Februar 2016

Hannover (epd). Millionen Menschen in Deutschland leiden nach Angaben evangelischer Lebensberater unter Angstphänomenen. Nach Umfragen haben die Deutschen die größte Angst davor, unheilbar krank zu werden, teilte die Arbeitsgemeinschaft Lebensberatung in der hannoverschen Landeskirche am Freitag nach ihrer Jahrestagung in Hannover mit. An zweiter Stelle folgt die Angst, im Alter zum Pflegefall zu werden oder dass dem Lebenspartner oder den Kindern etwas zustößt.

Auch die Angst, in wirtschaftliche Not zu geraten oder im Alter zu wenig Rente zu haben, plagt die Menschen. Hinzu kommen Ängste vor Arbeitslosigkeit, Terrorismus, Krieg und Unfällen. Diese Ängste seien real und beschäftigten viele, sie machten aber nicht krank, hieß es. "Die Bereitschaft, sich mit dem Thema Angst auseinanderzusetzen, nimmt in der Gesellschaft zu", sagte der Leiter der kirchlichen Hauptstelle für Lebensberatung, Pastor Rainer Bugdahn.

Wenn Menschen Angststörungen oder Panikattacken von Psychologen behandeln ließen, gehe es oft um unrealistische Ängste wie die Angst vor Menschenmengen, vor Fahrstühlen, vor Blamage oder vor harmlosen Tieren, hieß es. Im Berufsalltag der Lebensberater zeige sich auch, dass hinter Problemen von Trennung, Scheidung, Jobverlust oder Kränkung häufig Ängste stünden, sagte die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, die Diplom-Psychologin Karin Jakubowski. Wichtig sei, über die Ängste zu sprechen und sie zu ergründen.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

Beratungsstellen der Hannoverschen Landeskirche

In den 31 psychologischen Beratungsstellen der hannoverschen Landeskirche arbeiten etwa 180 Beraterinnen und Berater. Im Jahr 2014 verzeichneten sie insgesamt 12.152 Beratungsfälle mit 18.519 Personen.

Zur Internetseite der Hauptstelle Lebensberatung