Hannoveraner erinnern an Deportation von Juden nach Theresienstadt

Nachricht 19. Februar 2015

Hannover (epd). Bürger aus Hannover haben am Freitag an die Deportation der letzten Juden aus Niedersachsen vor 70 Jahren ins Ghetto Theresienstadt erinnert. Am jüdischen Mahnmal am Opernplatz legten sie einen Kranz nieder. Der jüdische Kantor Kantor Elya Schwarz sprach ein Totengebet. Schüler aus Wittingen bei Gifhorn riefen in einem Vortrag die Ereignisse des 20. Februar 1945 in Erinnerung.

Die Nationalsozialisten deportierten von 1942 bis 1945 in vier Transportzügen zahlreiche Juden von Hannover nach Theresienstadt. Die ehemalige Garnisonsstadt im heutigen Tschechischen war ab 1941 zu einem Konzentrationslager umgebaut worden. Im Juli 1942 wurden zunächst 779 ältere Menschen dorthin gebracht, unter ihnen Männer und Frauen aus der Region Diepholz. Die Nazis versprachen ihnen ein angenehmes Altersheim. In Wirklichkeit erwartete sie ein überfülltes Lager mit mehr als 50.000 Häftlingen sowie Hunger, Krankheit und Tod.

Niemand der Deportierten überlebte das erste Jahr im Ghetto. Wegen der hohen Sterblichkeitsrate nahmen die Nazis noch im gleichen Monat ein Krematorium mit vier Öfen in Betrieb. Ab Oktober 1942 fuhren die ersten Ladungen mit alten Menschen weiter ins Vernichtungslager Auschwitz. Im März und Juli 1943 folgten zwei weitere Deportationszüge aus Hannover nach Theresienstadt. Am 20. Februar 1945 wurden die letzten Juden in das Ghetto verschleppt.

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