gut:jetzt! – Zeit für Frieden

Tagesthema 03. März 2017

Neues Gottesdienstformat in der Lagerkirche Sandbostel

„Ein Forum, eine Werkstatt, ein Gottesdienst. – Mitmachen, feiern, auftanken.“ Das sind die Schlagworte des neuen Gottesdienstformates, dass der Diakon und Friedenspädagoge an der Gedenkstätte Lager Sandbostel, Michael Freitag-Parey und die Selsinger Pastoren Manfred Thoden und Pastor Markus Stamme gemeinsam entwickelt haben.

„gut:jetzt“ soll – zu ganz unterschiedlichen Themen - ein Forum, eine Werkstatt, ein Gottesdienst bieten und das generationsübergreifend. Der Gottesdienst wird an markanten Tagen des Jahres angeboten. 

Am Sonntag, den 05. März, um 18.00 Uhr bietet die Kirchengemeinde Selsingen in Zusammenarbeit mit der kirchlichen Friedens- und Gedenkstättenarbeit des Kirchenkreises Bremervörde-Zeven den nächsten „gut:jetzt“ - Gottesdienst in der Lagerkirche in Sandbostel (Greftstraße 3) an. Das Thema: „Nicht sofort!“. Ausgangspunkt für den aktuellen Gottesdienst ist der Aschermittwoch und der Beginn der Fastenzeit.

„Es wird ein fröhlicher, ein launischer, ein geistreicher Gottesdienst! Wir verstehen diesen Gottesdienst nach wie vor auch als Werkstatt und Forum. Ein Ort zum Mit- und Weiterdenken. Aber auch ein Ort, um sich zurück zu lehnen und aufzutanken. Wir laden unsere Gäste zum Mitmachen und Mitdenken ein. Jedoch ist das kein Muss. Jede und jeder entscheidet selber, ob sie oder er sich während des Gottesdienstes einbringt oder nicht,“ stellt Freitag-Parey fest.

Den Glauben kommunizieren

Die Gottesdienste sind anders, experimentell. "Wir probieren unterschiedliche Methoden aus, um das Thema, den biblischen Text so transparent und verständlich wie möglich darstellen zu können und erfahrbar zu machen" sagt Michael Freitag-Parey. "Im Gottesdienst läuft auch nicht immer „alles rund“. Unser Gottesdienst ist kein „Hochglanz“-Gottesdienst.

Wir suchen das Gespräch und die Beteiligung im Gottesdienst. Wir fordern die Besucher heraus, selber mit- und weiterzudenken. Wir bringen keine vorgefertigten Impulse, Bilder und Gedanken mit in den Gottesdienst sondern wollen mit dem, was an Impulsen von den Besuchern kommt, umgehen und das Thema weiten und vertiefen.

Diese Erfahrung ist für uns aber auch in erster Linie für die Besucher noch fremd. Und bestimmt sind auch aus diesem Grund, nach dem ersten Gottesdienst im Mai vergangenen Jahres, in der Folge einige Besucher/innen den nächsten „gut:jetzt“- Gottesdiensten ferngeblieben.

Wir nehmen aber auch wahr, dass sich viele Menschen gerne während des Gottesdienstes beteiligen lassen. Sie schätzen diese Art der Beteiligung und fühlen sich ernstgenommen. Ihre Fragen und Impulse werden gehört und haben Gewicht."

Der Gottesdienst motiviere die Besucher darin, ihren Glauben zu kommunizieren, ihn mitzuteilen, sich auszutauschen - und das generationsübergreifend.

Michael Freitag-Parey

Der Ort - auf dem Gelände des früheren Kriegsgefangenenlagers Sandbostel - lässt uns an die Geschichte Deutschlands und Europas im 20. Jahrhundert denken. Als diese Kirche gebaut wurde - 1957 - war das Lager die erste Station für junge Flüchtlinge aus der damaligen DDR, ihr erster Ort in der Freiheit. So ist diese Kirche zugleich ein Ort des Gedenkens und der Mahnung und eine Kirche der Freiheit.

Als Kirchengemeinde Selsingen sind wir dankbar, dass an diesem Ort ein Gottesdienst gefeiert wird, in dem die Herausforderungen der heutigen Welt und das Vertrauen auf Gott zusammen kommen. 

Manfred Thoden, Pastor der Ev.-luth. St. Lamberti-Kirchengemeinde Selsingen

Die nächsten Gottesdienste

Fünf mal im Jahr läd die Lagerkirche Sandbostel zu diesen etwas anderen Gottesdiensten ein. Die nächsten „gut:jetzt!“-Gottesdienste finden am 21. Mai und 13. August statt.