Bild: Corinna Schäfer / HkD

Einsamkeit und Behördendeutsch

Tagesthema 14. Dezember 2016

Flüchtlinge berichten von ihrem Weg in den Arbeitsmarkt

Flüchtlinge in den Gemeinden integrieren und sie begleiten – eine Aufgabe, der sich viele in der Flüchtlingsarbeit Enagierte widmen. Unter dem Motto „Integration in Arbeit: Rahmenbedingungen und Beispiele aus der Praxis“ berichteten nun Flüchtlinge, Ehrenamtliche und Organisatoren aus ihrer Arbeit und bereicherten die Diskussionen mit ihrem Fachwissen.

Angela Biegler von der Evangelische Erwachsenenbildung Region Hannover/Niedersachsen Mitte, Waltraud Kämper vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt und Anne Panter vom Netzwerk katholischer Flüchtlingsarbeit hatten die Fortbildung organisiert.

Kämper sprach in ihrem Einstiegsreferat über die Bedürfnisse der Geflüchteten und die rechtlichen Grundlagen sowie die Erfolgsfaktoren für die Integration von Geflüchteten in die Arbeitswelt. Sie stellte außerdem Elham Emambakhks und Alaa Alkurdi vor, zwei ehemalige Teilnehmende ihres Projektes „Ponte – Brücken in den Arbeitsmarkt“. Beide berichteten von ihren ersten Erfahrungen in Deutschland. Sie betonten die Notwendigkeit, Deutsch zu lernen und erzählten von ihrer Einsamkeit, die sie nur mit Hilfe von Ponte überwunden hätten. „Der Kontakt zu Deutschen war das größte Problem“, sagte Alkurdi. „Ein anderes Problem ist das Behördendeutsch.“

Vier Gäste informierten die Teilnehmenden über verschiedene Projekte. Tim Langner vom Herbergsverein Winsen sprach über „Integration in Arbeit – Angebote für Geflüchtete“. Diese Initiative konnte über 800 Geflüchteten Arbeit vermitteln. Francisca Sanchez Manzanares vom Caritasverband Hannover e.V. stellte „Adelante“ vor, ein Projekt, das speziell jugendliche Fachkräfte aus Spanien nach Deutschland vermittelt.

Peter Mühlenberger von der katholischen Kirchengemeinde St. Paulus in Großburgwedel erzählte von seinen Erfahrungen mit der Vermittlung von Praktika und Arbeitsgelegenheiten durch Ehrenamtliche. Marcella Heine aus dem Haus kirchlicher Dienste beschrieb das Projekt „Ponte“, das mit Hilfe von Patenschaften Geflüchteten in den Arbeitsmarkt integriert. In vier Workshops informierten sich die Teilnehmenden über diese erfolgreichen Projekte und tauschten ihre Erfahrungen aus.

Corinna Schäfer / HkD

Berufsabschlüsse anerkennen

Bild: Meike Böschemeyer/ epd-Bild

Der Flüchtlingsrat Niedersachsen will Flüchtlingen dabei helfen, einen zu ihrer Qualifikation und ihrem Berufsabschluss passenden Job zu finden. Für viele sei die Anerkennung ihrer in der Heimat erworbenen Berufsabschlüsse ein wichtiges Thema, teilte der Flüchtlingsrat am Montag mit. Sie seien sich aber häufig unsicher, wie sie ein Anerkennungsverfahren finanzieren könnten oder ob ihre Dokumente vollständig seien.

Mit dem Projekt "Fokus Flucht" wolle der Flüchtlingsrat ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Vor allem geflüchtete Frauen bräuchten Hilfe bei ihrer beruflichen Orientierung, betonte die Leiterin des Projekts, Vivien Hellwig.

Der Flüchtlingsrat bietet die Informationen vor allem in Form von Workshops an. Sie können von Flüchtlingsgruppen, Vereinen, Verbänden und Flüchtlingsinitiativen und als Unterrichtseinheit in Sprachkursen angefragt werden. Der Flüchtlingsrat gehört mit dem Projekt "Fokus Flucht" zu einem Netzwerk von Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstellen in Niedersachsen und ist somit Teil des bundesweiten Förderprogramms "Integration durch Qualifizierung (IQ)".

epd

Mehr zum Projekt "Fokus Flucht"