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Bild: ACKN

Ein nachhaltiger Lebensstil

Tagesthema 09. November 2015

Umweltminister zeichnet „Woltersburger Mühle“ mit kirchlichem Preis aus

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) hat die Initiative „Woltersburger Mühle“ in Uelzen mit dem Umweltpreis der niedersächsischen Kirchen ausgezeichnet. Rund um eine historische Wassermühle hatten arbeitslose Menschen hier von 2008 bis 2012 ein Ensemble von Gebäuden renoviert und so vor dem Verfall gerettet.

An der Mühle befinden sich heute unter anderem ein Zentrum für Naturerlebnis und Umweltbildung und ein Zentrum für biblische Spiritualität und gesellschaftliche Verantwortung.

Träger des Projekts ist der Verein „Erev-Rav“ für biblische und politische Bildung in Kooperation mit der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Bei einem Festakt zur Preisverleihung in Hannover lobte Wenzel das Engagement der Kirchen für Umwelt und Natur. „Nur durch die vielen kleinen und großen Ideen und Initiativen, mit denen sich die unterschiedlichsten Akteure engagieren, können die großen Herausforderungen im Umwelt- und Klimaschutz bewältigt werden“, sagte er bem Festaakt im diakonischen Stephansstift. Als Preisgeld hatte die Initiative von der hannoverschen Landeskirche bereits 1.000 Euro erhalten.

Die Initiatoren der „Woltersburger Mühle“, unter ihnen zwei Pastoren, wollen Ökologie, Spiritualität und soziales Engagement zusammenbringen. Auf dem Gelände in einem Laubwald am Stadtrand befinden sich auch ein Café mit Tagungs- und Übernachtungsräumen, ein Qualifizierungszentrum für arbeitslose Jugendliche und eine Kunst-Initiative.

Alle Gebäude beziehen ihre Energie durch Photovoltaik, Wasserkraft und eine Hackschnitzel-Heizung. Serviert werden fair gehandelter Kaffee und vegetarisches Essen mit regionalen Bio-Produkten.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen (ACKN) hatte in diesem Jahr bei einem gemeinsamen Wettbewerb erstmals insgesamt 21 Gemeinden mit Umweltpreisen ausgezeichnet. Darunter waren sieben Erstplatzierte.

Die meisten Preise wurden bei einem „Ökumenischen Schöpfungstag“  im September vergeben. Die „Woltersburger Mühle“ wurde nun zum Landessieger gekürt. Zur ACKN gehören 14 Mitgliedskirchen verschiedener Konfessionen.

epd

Weitere Preisträger des Umweltpreises im Rahmen des Schöpfungstages 2015

Die „Woltersburger Mühle" liegt im Zentrum der Lüneburger Heide, am Rande der Stadt Uelzen. Mittelpunkt auf dem idyllischen Gelände zwischen Laubwald und fließendem Gewässer ist die historische Wassermühle. Drumherum befindet sich ein Ensemble verschiedener Gebäude.

Von 2008 bis 2012 renovierten arbeitslose Menschen aus der Region sämtliche Gebäude und retteten sie vor dem Verfall. Die Woltersburger Mühle ist ein besonderer Ort, an dem sich soziales Engagement, Spiritualität und Ökologie verbinden.

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Merkmale des Gesamtprojektes im Sinne des Umweltpreises

  • Energie auf dem Gelände: Fotovoltaik, Wasserkraft, Hackschnitzelheizung für sämtliche Gebäude.
  • Seminare und Café: Fair gehandelter Kaffee, Biogetränke und vegetarisches Essen mit regionalen und - wenn möglich - Bioprodukten.
  • In dem Austausch zwischen den verschiedenen Partnern auf dem Gelände entstehen gemeinsame Projekte (wie z.B. das Theaterprojekt „Frohe Botschaft“, das 2014 in Kooperation mit dem Arbeitslosenprojekt entstanden ist und der Schöpfungstag 2015, der in Kooperation mit dem Umweltbildungsteam geplant wird).
  • In diesem Austausch wird von Seiten des Zentrums auch die christliche Motivation zur Sprache gebracht. Das Zentrum übt sich in diesen Projekten darin, die biblische Botschaft und die christliche Motivation in einer säkularen Sprache zum Ausdruck zu bringen.

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