12. "Aschermittwoch der Künste" am 17. Februar in Nienburg

Pressemitteilung 10. Februar 2010

Der 12. landeskirchliche Kunstempfang "Aschermittwoch der Künste" am 17. Februar von 11:30-14:30 Uhr in der St. Martins-Kirche in Nienburg (Weser) hat das Thema "RÄUME". Unter dem Titel „Bauen – Bleiben – Bewohnen – Bewegen“ lädt die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers 130 Gäste aus Niedersachsen zur Begegnung von Künstlerinnen und Künstlern, Kulturvermittlern und kirchlich Engagierten ein. Künstlerische Impulse kommen von zwei Installationen im Kirchenraum und einer tänzerischen Performance, die den Kirchplatz und den Übergang von Außen nach Innen in den Blick nimmt.

Die Bremer Förderpreis-Trägerin Ina Raschke, der Nienburger Künstler Henning Diers und die mit Raumstrukturen erfahrene Formation Transito um die hannoversche Tänzerin Ursula Wagner und den Saxophonisten Andreas Burckhardt gestalten exklusiv für diesen Tag Werke, die sich mit dem Kirchenraum auseinandersetzen.

Pastorin Dr. Julia Helmke, die landeskirchliche Beauftragte für Kunst und Kultur, hält den theologischen Impulsvortrag zu "Räume in Bewegung". In einem Gespräch mit den beteiligten Künstlern können sich die Gäste mit ihren Wahrnehmungen und Fragen beteiligen. "Bei der Auswahl der Künstlerinnen und Künstler war uns das Miteinander von regionalen und überregionalen künstlerischen Positionen ebenso wichtig wie das Miteinander von bildenden und darstellenden Künsten, um den Raumbegriff mehrdimensional zu behandeln" sagt Helmke. "2010 hat sich der Aschermittwoch der Künste bewusst dem Grundthema des Raumes selbst gestellt. Denn der Dialog von Kirche mit den zeitgenössischen Künsten geschieht zu einem großen Teil im Kirchenraum selbst. Seit Jahrhunderten und bis heute ist der Kirchenraum gebauter Glaube und bietet zugleich Raum für Kunst, vor allem auch die bildende Kunst. Dabei kommt es immer wieder zu fundamentalen ästhetischen wie inhaltlichen Fragen", so Helmke.

Einladende sind die Evangelisch-lutherische Landeskirche, die Hanns-Lilje-Stiftung sowie das Arbeitsfeld Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste. Gefördert wird der Tag unter anderem von der kirchlichen Stiftung St. Martin und der städtischen Neuhoff-Fricke Stiftung.

Der Aschermittwoch der Künste findet seit 1998 als landeskirchlicher Empfang zwischen Kirche und den Künsten abwechselnd in sakralen Räumen und Kunstorten in Niedersachsen statt.

Kontakt: Haus kirchlicher Dienste Hannover/Arbeitsfeld Kunst und Kultur, Dr. Julia Helmke. Fon: 0511 1241-432; E-Mail: kunst.kultur@kirchliche-dienste.de
und im Internet unter www.kunstinfo.net/aschermittwochderkuenste

Bitte melden Sie sich zur Berichterstattung über den "Aschermittwoch der Künste" am 25. Februar 2009 um 11:30 Uhr (Ende gegen 14:30 Uhr) bei Julia Helmke an!

Informationen zu den Installationen und zur Performance:

Ina Raschke (Jg. 1982) ist Künstlerin aus Bremen, u.a. Meisterschülerin von Prof. Yuji Takeoka. Sie wird sich in Anlehnung an eine 2009 in New York realisierte Arbeit mit dem Deckengewölbe des Kirchenraumes beschäftigen, den Blick nach oben ziehen. Die Vergänglichkeit des Raumes und das Ewige: Eine Arbeit mit transparenten Klebestreifen. Die Arbeit, die extra für den Raum geschaffen wird, heißt: UNSETTLED CONDITIONS (PART II).

Henning Diers ist in Nienburg ansässig und hat bereits mehrfach in Kirchen gearbeitet. Seine installative substantielle Arbeit bezieht sich auf den Boden, die Grundfesten und Umrisse eines Kirchenraumes. Die Arbeit, die mit hunderten selbst geformter Ziegelsteine extra für den Raum geschaffen wird, heißt: GEBORGENE RÄUME.

Die auch international tätige Formation Transito um die Performance-Tänzerin Ursula Wagner aus Hannover, wird in der Performance GRUNDWEGE zu Beginn des Aschermittwochs der Künste die Aufmerksamkeit auf den Kirchenplatz lenken. Musikalisch begleitet wird sie u.a. von dem mehrfach preisgekrönten Saxophonisten Andreas Burckhardt.

Weitere Informationen:

Der „Aschermittwoch der Künstler“ ist eine u.a. von dem Katholiken Paul Claudel nach dem Zweiten Weltkrieg in Paris begründete Begegnung von Kirche und Kunst, die jährlich am Aschermittwoch in über 100 Städten stattfindet.
Im evangelischen Bereich gibt es seit Mitte der 1990er Jahre ähnliche Veranstaltungen, in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers „Aschermittwoch der Künste“ genannt.

Der Aschermittwoch (lat.: Dies Cinerum) markiert im Christentum der Westkirche den Beginn des 40-tägigen Fastens und soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus in der Wüste verbracht hat. Die Fastenzeit umfasst 46 Kalendertage und dauert bis Karsamstag, die sechs fastenfreien Sonntage (1. – 5. Sonntag der Passionszeit und Palmsonntag) sind abzuziehen. Der Name Aschermittwoch kommt vom katholischen Brauch, die Asche von Palmzweigen des Palmsonntags des Vorjahres zu segnen und die Gläubigen auf der Stirn mit einem Kreuz aus dieser Asche zu zeichnen. Am Aschermittwoch findet als Auftakt der Fastenzeit oft ein Fischessen statt.


Hannover, 10.2.2010
Pressestelle der Landeskirche
Dr. Johannes Neukirch
Pressesprecher