Geistlicher Vizepräsident Arend de Vries:

Pressemitteilung 04. Juni 2007

Dialog zwischen Christen und Muslimen ist mehr als unverbindliche Begegnung

In seinem Grußwort zur Eröffnung der Ausstellung „Gesichter des Islam – Begegnung mit muslimischen Frauen und Männern“ im niedersächsischen Landtag hat der Geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes Hannover, Arend de Vries, betont, dass der Dialog zwischen Christen und Muslimen mehr sei als eine unverbindliche Begegnung.

Die Ausstellung, die bereits drei Jahre durch das Gebiet der Landeskirche gewandert ist, wuchs dabei von Ort zu Ort durch jeweils neue Portraits von muslimischen Frauen und Männern. Diese Portraits geben Antwort, wie muslimische Frauen und Männer in Deutschland ihren Glauben und - eng damit verbunden - ihre kulturelle Tradition leben: Was glaubst denn du? Was feierst du? Wie äußert sich dein Glaube in deinem Leben, in deinen Wertevorstellungen, in deinem Handeln? Wie begründen muslimische Frauen, warum sie ein Kopftuch tragen und warum nicht? Wie erleben sie Christinnen und Christen?
De Vries hob hervor, dass auf diese Weise eine Topographie christlich-islamischer Begegnung und muslimischen Lebens in Niedersachsen entstanden sei.
Die Ausstellung habe es schon in ihrer Entstehungszeit geschafft, dass über Gespräche und Begegnung hinaus auch kritische Fragen gestellt werden konnten und so der gegenseitige Respekt voreinander gefördert wurde.

Die Ausstellung zeige, dass nur in der konkreten Begegnung die Chance zur Veränderung liege, so de Vries. Die hannoversche Landeskirche nehme hier eine Vorreiterrolle in Niedersachsen ein. „Die evangelische Landeskirche leistet damit, was keine staatliche Einrichtung leisten kann. Aktive Toleranz, eigene, begründete Positionen und kritischer Dialog sind unverzichtbar für das Zusammenleben in einer Gesellschaft.“

Erfreut zeigte sich de Vries über das große, bundesweite Interesse an dem Projekt.
Die Ausstellung wird nach der Präsentation im Landtag ins Rheinland gehen, nach Remscheid, Düren, Solingen, Oberhausen und Duisburg. Weitere Stationen sind für die kommenden drei Jahre in fünf Bundesländern vorgesehen.

Hannover, 1.6.2007 – Pressestelle der Landeskirche