Dauerhafte Gipsmörtel für historische Bauwerke / Pressegespräch am 16. Januar

Pressemitteilung 08. Januar 2002

Die Verwendung ungeeigneter Mörtel für die Instandsetzung historischer Bauwerke in Norddeutschland verursacht zunehmende Schäden in Millionenhöhe. Besonders betroffen sind die ursprünglich mit Gipsmörtel errichteten Wohnhäuser, Kirchen und Burgen. Die Verwendung gipsuntauglicher Zementbaustoffe und anderer Ersatzmaterialien führte in den vergangenen Jahrzehnten zu gravierenden Folgeschäden.

In einem dreijährigen Modellprojekt werden jetzt neue witterungsresistente Gipsmörtel für die Instandsetzung historischer Bauwerke entwickelt und erprobt. Ziel ist die Sanierung dieser Bauwerke mit kompatiblen, den historischen Mörteln angepassten Materialien. Hier wird aufgebaut auf ein Vorgängerprojekt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Das vom Norddeutschen Zentrum für Materialkunde von Kulturgut e.V. (ZMK) am Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, beantragte Modellvorhaben wurde im Juni 2001 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) bewilligt. Es hat ein Budget von 1.593.000 DM mit einem Förderanteil der DBU von 798.000 DM. Weitere erhebliche Finanzmittel werden von der Firma Tubag, den Landeskirchen und der Hansestadt Hamburg zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um ein länderübergreifendes Projekt.

Die neuen Gipsmörtel sollen zunächst im Labor erprobt und danach im Außenbereich als witterungsresistente Fugenmörtel und später auch als Mauermörtel eingesetzt werden. Die Erprobung im Außenbereich erfolgt an hochkarätigen historischen Bauwerken von der romanischen Findlingskirche in Bosau (Schleswig-Holstein) bis zur mittelalterlichen Klosteranlage in Walkenried (Südniedersachsen).

Das Projekt wird in enger Kooperation mit der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und den Landesdenkmalämtern von Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen durchgeführt. Um optimale Problemlösungen zu erreichen, arbeiten das ZMK, staatliche Denkmalbehörden, die TU Braunschweig, die TU Clausthal, die Gesamthochschule-Universität Kassel, Industriefirmen und mittelständische Betriebe in diesem Projekt interdisziplinär zusammen.


Wir möchten Ihnen das DBU-Projekt 18320 "Optimierung und Erprobung dauerhafter Gipsmörtel für die Instandsetzung umweltgeschädigter national wertvoller Kulturgüter u. a. am Beispiel des Klosters Walkenried" im Rahmen eines Pressegesprächs vorstellen.

Es findet statt am
16. Januar 2002, 11.15 Uhr,
in der Neustädter Hof- und Stadtkirche,
30169 Hannover, Rote Reihe 5.

Ihre Gesprächspartner sind:

Frau Dipl.-Ing. Eva-Maria Eilhardt-Braune, Leitende Baudirektorin der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Herr Dr. Weinmann, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Zuwendungsgeber

Frau Dr. Christiane Segers-Glocke, Präsidentin des Niedersächsischen Landesdenkmalamtes

Herr Prof. Dr. Blaschke, Präsident i. R. der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche und Vorstandsvorsitzender des Norddeutschen Zentrums für Materialkunde von Kulturgut

Herr Prof. Dr.-Ing. Budelmann, Technische Universität Braunschweig, Koordination der Mörtel-Entwicklung im Rahmen des Projektes

Herr Dr. Visser, orddeutsches Zentrum für Materialkunde von Kulturgut, Projektleitung

Herr Dr. Stadlbauer, Niedersächsisches Landesdenkmalamt, Koordinator

Herr Simon, Firma Tubag

Bitte melden Sie sich per E-Mail ips.hannover@evlka.de bei der Informations- und Pressestelle an.

Gabriele Arndt-Sandrock
- Pressesprecherin -