Ausstellung “Stiften ist menschlich”

Pressemitteilung 08. Oktober 2001

Eine Initiative der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und der Hanns-Lilje-Stiftung
25.10. – 7.11.2001, Marktkirche Hannover

Dass Irren menschlich ist, wissen alle. An anderen und uns selbst können wir das erleben. Dass Stiften zum Menschsein gehört, verblüfft und braucht Beweise. Die Initiative “Stiften ist menschlich” stellt im Rahmen einer Ausstellung die Jahrhunderte alte Kultur des Stiftens vor und will damit den Gedanken des Stiftens neu beleben.

Auf mehr als vierzig Tafeln werden alte und neue Stiftungen porträtiert, Gründungsinitiativen kurz beschrieben und gute Ideen vorgestellt. Stifter erzählen per Videofilm von ihren Motiven, über Computer lassen sich Stiftungen und Kirche im Internet sehen.

Bis zum Mittwoch, dem 7. November wird die Ausstellung von täglich zehn bis sechzehn Uhr zu sehen sein. Dann steht sie zwei Jahre den Kirchenkreisen der hannoverschen Landeskirche zur Verfügung. Gedruckte Materialien, wie Mustersatzungen, Checklisten und ein Ratgeber “Stiftungsgründung” treten hinzu. Pastor Paul Dalby leitet das Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem für die Stiftungsaufsicht zuständigen Dezernenten des Landeskirchenamtes, Oberlandeskirchenrat Andreas Heße. Paul Dalby begleitet die Ausstellung und berät kirchliche Gruppen vor Ort.

Die Hanns-Lilje-Stiftung und die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers arbeiten eng zusammen. Gemeinsames Ziel ist, die Kultur des Stiftens weiter ins Gespräch zu bringen. Denn Stiften ist “dran”. Bürgerschaftliches Engagement ist keine Hohlformel. Menschen sind bereit, ihr Vermögen, sei es Kapital, sei es die eigene Zeit oder eine berufliche Kompetenz zu stiften, d.h. sich selbst mit ihren Möglichkeiten, in eine Stiftungsidee einzubringen.

Stiftungen gibt es seit Jahrhunderten. Die älteste kirchliche Stiftung im Bereich der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers hat seit annähernd 800 Jahren Stiftungserfahrung gesammelt. Seit der Zeit des Gaius Maecenas, (um 70 v. Chr. bis 8. n. Chr.), der in Rom die Dichter Horaz und Vergil förderte, haben Menschen sich stiftend, d.h. auf lange Sicht fördernd engagiert. Sie widmeten zu Lebzeiten oder per Testament einen Teil und oft sogar das ganze Vermögen einem guten Zweck. Das ist eine Voraussetzung fürs Stiften: die Überzeugung, einen guten Zweck zu fördern. Der Stifterwille prägt auf diese Weise das Profil seiner Stiftung für alle Zeit. Denn einmal in einer Satzung verfestigt, bleibt der Stiftungszweck über Jahrhunderte erhalten. So wurde lange Zeit und wird heute kirchliche Arbeit dauerhaft ermöglicht.

Mehr als sechzig kirchliche Stiftungen stehen auf einer Landkarte in der Ausstellung. Bald werden es mehr sein, denn weitere acht sind in Gründung und über fünfundzwanzig weitere Gruppen sind auf dem Weg. Ein Anfang ist gemacht.

Auf den Hinweisen zur Initiative ist eine Pusteblume zu sehen, die ihren Samen in den Wind streut. Denn gute Ideen sind es wert, verbreitet zu werden.

Weitere Informationen unter www.stiften-ist-menschlich.de
oder:
Paul Dalby
Fon 0511- 1241-780
Fax 0511-1241-183
Email paul.dalby@evlka.de