Symposium "Auf der Suche nach dem Religionsunterricht für die Zukunft"

Pressemitteilung 04. Juni 2013

"Auf der Suche nach dem Religionsunterricht für die Zukunft" war der Titel eines Symposiums am Montag, dem 3. Juni, zu dem die evangelischen und katholischen Bischöfe Niedersachsens die für das Fach evangelische und katholische Theologie sowie Religion zuständigen Professorinnen und Professoren der niedersächsischen Universitäten und Hochschulen nach Hannover eingeladen hatten. Weitere Gesprächspartner waren Vertreter für den islamischen und jüdischen Religionsunterricht sowie das Fach Werte und Normen / Philosophie.

Landesbischof Ralf Meister und Bischof Dr. Franz-Josef Bode erklärten: "In den Schulen des Landes sind Schülerinnen und Schüler verschiedener christlicher Konfessionen, und zunehmend auch anderer Religionen und Konfessionslose. Weil die Vielfalt wächst, wird die Aufgabe von Schule, junge Menschen in religiösen Fragen auskunfts- und urteilsfähig zu machen, künftig noch wichtiger und zugleich anspruchsvoller; denn die inhaltlichen und organisatorischen Herausforderungen an die religiöse Bildung in Schule wachsen. Die Zusammenarbeit von katholischem und evangelischem Religionsunterricht in der Form des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts ist eine Antwort auf diese Herausforderungen, die weiter entwickelt werden muss."

Oberlandeskirchenrätin Dr. Kerstin Gäfgen-Track, die Schulbevollmächtigte der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, sagte: "Die Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulen waren übereinstimmend der Meinung, dass der konfessionell-kooperative Religionsunterricht inhaltlich und didaktisch weiter entwickelt werden muss, um die Schülerinnen und Schüler für den gesellschaftlichen Dialog über Religionen und Weltanschauungen zu stärken. Es geht im Religionsunterricht um Identitätsbildung, Pluralismusfähigkeit und die Kenntnis anderer Religionen und Weltanschauungen."

Der Vorsitzende des Rates der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Landesbischof Ralf Meister hob hervor: "Der christliche Religionsunterricht ist ein Beitrag zur Stärkung des multireligiösen Dialogs und zur Erziehung der Kinder und Jugendlichen zu einem ethisch verantwortlichen Handeln. Nur wer die eigene Position kennt und sich mit ihr auseinandersetzt, kann mit fremden Religionen und ethischen Haltungen offen umgehen."

Gäfgen-Track stellte fest: "Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums lehnten das Herausdrängen des Religionsunterrichts aus der Schule ab. Wenn die Schülerinnen und Schüler nicht im Religionsunterricht lernen, sich mit ihrer eigenen und mit anderen Konfessionen, Religionen und mit Atheismus auseinanderzusetzen – wo dann? Es ist klar geworden, dass die Zusammenarbeit in den Schulen zwischen Konfessionen, Religionen und dem Fach Werte und Normen / Philosophie verstärkt werden muss. Außerdem sollte das Fach Werte und Normen / Philosophie durchgängig durch alle Klassen angeboten werden."

Hannover, 4.6.2013

Dr. Johannes Neukirch, Pressesprecher

Pressestelle der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen

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