Klosterkammer Hannover wird 200 Jahre alt

Nachricht 30. Dezember 2017
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Das Kloster Barsinghausen, das von der Klosterkammer verwaltet wird. Bild: Klosterkammer Hannover

Hannover. Die Klosterkammer Hannover feiert im kommenden Jahr ihr 200-jähriges Bestehen. Sie wurde am 8. Mai 1818 vom welfischen Prinzregenten Georg von Hannover (1762-1830) gegründet, dem späteren britischen König Georg IV. Ihre Aufgabe war die Verwaltung früherer Kirchengüter, die in der Reformationszeit säkularisiert worden waren.

Heute ist die Klosterkammer eine Sonderbehörde unter Rechtsaufsicht des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, die unabhängig vom Staatsvermögen vier Stiftungen verwaltet. Sie kümmert sich unter anderem um die Unterhaltung von 20 Klöstern, 43 Kirchen, rund 800 vielfach denkmalgeschützten Gebäuden und rund 12.000 Kunstgegenständen. Hinzu kommt Grundbesitz, darunter viel Wald.

Aus diesem Vermögen unterstützt die Klosterkammer heute jährlich rund 200 Projekte aus Kirche, Bildung und sozialer Arbeit mit rund 3,2 Millionen Euro. "Das von Georg IV. unterschriebene Patent besagt, dass die Klosterkammer sich den Gegebenheiten der Zeit anpassen soll", sagte Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas dem epd. "Wir orientieren uns an gesellschaftlichen Veränderungen, folgen aber nicht immer gleich dem Zeitgeist - beispielweise bei der Auswahl unserer Förderprojekte."

Anlässlich des 200. Jubiläums will die Klosterkammer ihre Geschichte umfassend untersuchen und aufbereiten lassen, unter anderem die bisher wenig erforschte Geschichte in der NS-Zeit. Außerdem sind mehrere Veranstaltungen geplant. So zeigt eine Ausstellung im Landesmuseum Hannover vom 20. April bis zum 12. August Spuren klösterlichen Lebens und kostbare Kunstwerke, die zum Teil erstmals außerhalb von Klöstern zu sehen sind. Am 25. August öffnet eine Festmeile im Kloster Wöltingerode bei Goslar. Für den 1. Oktober ist ein "Tag der offenen Tür" in Hannover vorgesehen.

Die Wurzeln der Klosterkammer reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück: 1542 verfügte Herzogin Elisabeth von Calenberg-Göttingen (1510-1558), dass klösterlicher Besitz für kirchliche, schulische und mildtätige Zwecke gesondert verwaltet werden müsse. Sie legte damit den Grundstein für den Allgemeinen Hannoverschen Klosterfonds, die größte der vier öffentlich-rechtlichen Stiftungen der Klosterkammer.

Im Laufe der Zeit wuchs das Vermögen: So kam zu Beginn des 19. Jahrhunderts früherer Besitz aus den säkularisierten Bistümern Osnabrück und Hildesheim hinzu. Neben dem Klosterfonds kümmert sich die Behörde seit 1823 auch um das Stift Ilfeld bei Nordhausen in Thüringen, seit 1850 um den Hospitalfonds St. Benedikti Lüneburg und seit 1893 um den Domstrukturfonds Verden.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen