Katholiken und Protestanten in Osnabrück wollen mehr Ökumene

Nachricht 10. November 2017

Osnabrück. Die evangelische und die katholische Kirche in der Region Osnabrück wollen den Schwung der gemeinsamen Aktivitäten zum 500. Reformationsjubiläums für eine weitere Annäherung in den kommenden Jahren nutzen. Die Menschen in den Gemeinden hätten gerade im Jubiläumsjahr deutlich gemacht, dass sie in puncto Ökumene schon viel weiter seien, als die Verantwortlichen in den Gremien, sagte die evangelische Regionalbischöfin Birgit Klostermeier am Donnerstag. Das gelte auch für das Abendmahl, das immer mehr Katholiken und Protestanten mittlerweile stillschweigend gemeinsam feierten.

Überregionale Ausstellungen, wissenschaftliche Kongresse, Schülerprojekte, Erzählcafés und vor allem Gottesdienste hätten eine enorm große Resonanz erfahren, bilanzierte Klostermeier. Darüber hinaus habe es zahlreiche ökumenisch geplante Veranstaltungen vor Ort gegeben. Es sei wichtig, die Gemeinden zu ermutigen, diesen Weg weiterzugehen. Die Landessuperintendentin betonte, dass die Kirchen über Trennendes wie das unterschiedliche Amtsverständnis von Priestern und Pastoren oder das Papsttum nicht einfach hinweggehen könnten. Sie wünsche sich aber eine engere Zusammenarbeit der Kirchen, um in Politik und Gesellschaft etwas bewirken zu können, sagte Klostermeier: "Wir haben festgestellt: Gemeinsam sind wir so stark, dass wir das können."

Klostermeier ist Sprecherin einer bundesweit einmaligen Trägergemeinschaft, die das Reformationsjubiläum in der Region organisiert hat. In und um Osnabrück leben etwa gleich viele Katholiken und Protestanten. Zu der Gemeinschaft gehören neben den Kirchen noch der Landkreis, die Stadt, der Landschaftsverband und die Universität. Die außergewöhnlich gute Kooperation zwischen Wissenschaft, Kirche und Kommunen sei anderswo in Deutschland neidisch registriert worden, sagte der evangelische Theologe Professor Martin Jung. Sie solle fortgeführt und für künftige Projekte etwa im interreligiösen Dialog genutzt werden, sagten Vertreter der Institutionen.

Auch der Ökumenebeauftragte des katholischen Bistums Osnabrück, Domkapitular Reinhard Molitor, betonte, dass es für Katholiken und Protestanten wichtig sei, künftig mehr mit einer Stimme zu sprechen. Auch Caritas und Diakonie sollten sich künftig besser untereinander abstimmen. Molitor lobte die evangelische Kirche für ihren kritischen und differenzierten Umgang mit der Reformation und die angemessene Form der Feierlichkeiten. "Wir gehen als katholische Kirche jedenfalls bereichert aus dem Jahr des Reformationsjubiläums."

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen