Bild: Peter Meißner/HkD

Miteinander – Räume zum Wohnen und Leben gestalten!

Tagesthema 18. April 2017

Bundesnetzwerktreffen Gemeinwesendiakonie erstmals in Hannover

Peter Meißner, Projektleiter der Initiative Gemeinwesendiakonie der hannoverschen Landeskirche und Referent im Haus kirchlicher Dienste (HkD), führte in seiner Begrüßung zum Bundesnetzwerktreffen Gemeinwesendiakonie in die Vorhaben der zehn hannoverschen Projektgemeinden ein. Hierbei ging es immer um die Frage, welche Rolle Kirche und Diakonie als zivilgesellschaftliche Akteure in der Entwicklung lokaler Räume haben und einnehmen können. Zum ersten Mal fand das Treffen in Hannover statt.

Vier gemeinwesendiakonische Projekte stellten sich selbst ausführlicher vor. Bienenbüttel und Wichmannsburg in der Lüneburger Heide wollen mit dem Bus der Begegnung einer Vereinsamung älterer Menschen auf den Dörfern entgegenwirken. Die Kirchengemeinden Linden und Limmer aus Hannover planen, die Begegnung zwischen einheimischen und geflüchteten Menschen zu fördern. Dies soll unter anderem geschehen, indem Ehrenamtliche Praktika für einheimische und geflüchtete Menschen vermitteln und begleiten. Die Kirchengemeinde in Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern unterhält eine Suppenküche, während es in Freienseen in Hessen um die Verbesserung der Kommunikation und Lebensqualität in der Dorfgemeinschaft geht.

Mitbestimmung für mehr Lebensqualität

Einig waren sich die Teilnehmenden, dass Mitbestimmung zur Lebensqualität beiträgt. „Denn wenn es um die Gestaltung von Gemeinschaft geht, ist auch meine Entscheidung gefragt, so dass wir schließlich alle für die Lebensqualität in unseren Städten und Dörfern verantwortlich sind“, sagte Prof. Dr.-Ing. Henning Bombeck von der Universität Rostock in seinem Impulsvortrag zur Rolle der Kirche und Diakonie als zivilgesellschaftlicher Akteur. „Die Rolle von Kirche kann hierbei sein, Strukturen zur Teilhabe zu organisieren und zu ermöglichen.“ Das bedeutet nicht unbedingt, dass die Dinge schlechter werden. Aber Vieles wird anders und diese Veränderungen müssen gemeinsam gestaltet werden. „Nicht der Pastor ist die Kirche, sondern die Menschen vor Ort“, so Bombeck.

„Schon Luther hatte das Gemeinwesen im Blick“, betonte Oberkirchenrat Dr. Ralph Charbonnier von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Anhand von fünf Thesen führte er aus, dass Kirche im Gemeinwesen einen reformatorischen Auftrag hat.

Wie sich eine Großstadt den Veränderungen stellt, konnten die Teilnehmenden ganz konkret in einem Stadtspaziergang erfahren. Andreas Zunft vom Fachbereich Planen und Stadtentwicklung der Stadt Hannover führte die Gruppe an verschiedene Orte der Innenstadt und erläuterte die Stadtplanung der Nachkriegszeit und aktuelle Vorhaben.

Auch im nächsten Jahr wird das Bundesnetzwerk Gemeinwesendiakonie wieder zusammen kommen, dies Mal in Leipzig am 18. und 19. April 2018.

Peter Meißner/HkD

Das Projekt

Die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers hat mit der „Initiative Gemeinwesendiakonie“ ein Projekt geplant, um Gemeinwesendiakonie in Kirchengemeinden zu fördern. Kirchengemeinden in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers bekommen die Möglichkeit, sich gemeinwesendiakonisch aufzustellen oder ihr Profil weiterzuentwickeln. Dies kann zunächst bedeuten, dass eine Kirchengemeinde einen andern Blick auf sich selbst entwickelt, der ihr soziales Umfeld im Stadtteil mit einbezieht. Später kann es darum gehen, zusammen mit anderen Akteuren vor Ort ein oder mehrere diakonische Projekte zu planen.

Die Gemeinden werden bei diesem Prozess über mehrere Jahre begleitet.

Durchgeführt wird „Initiative Gemeinwesendiakonie“ in einer Kooperation des Hauses kirchlicher Dienste und der Diakonie in Niedersachsen. Wissenschaftlich begleitet wird sie durch das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD.

Haus kirchlicher Dienste

Mehr zum Projekt

Loslegen!

"Jedes Kind braucht einen Engel" oder der "Nachbarschaftsladen Doppelpunkt" - es gibt bereits viele Projekte, in denen gemeinwesendiakonisch gearbeitet wird.

Zu den Beispielen