Bild: ekn/ Wikimedia Commons

„Großes Herz“ trifft Experten

Tagesthema 10. März 2016

Ein außergewöhnlicher Zugang zum Fastenmotto

Wie sieht ein Herzexperte das Fastenmotto: „Großes Herz! 7 Wochen ohne Enge“? Der Evangelische Kirchenfunk Niedersachsen (ekn) hat den Direktor der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover, Prof. Dr. Axel Haverich, bei einer Bypass-OP begleitet. Angelique Bohn, Christian Röther und Lukas Schienke haben mit ihm über Großherzigkeit gesprochen.

Interview über einen besonderen Dreh

Redaktion: Wie ist der Dreh im Operationssaal in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zustande gekommen?

Dreh-Team: Wir wollten das Fastenmotto „großes Herz“ mal von einer anderen Seite betrachten und mit einem echten Herzexperten darüber sprechen. Deshalb haben wir uns an die Herzchirurgie der MHH gewandt und die haben uns dann dankenswerterweise ganz unkompliziert den Dreh im OP ermöglicht. Wir mussten sterile Kleidung anziehen und durften bei der Operation dann wirklich direkt danebenstehen.

Redaktion: Was war der spannendste Moment bei dem Eingriff und warum?

Dreh-Team: Am spannendsten war, als das Herz angehalten und der Körper an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen wurde. Auf einmal hat es nicht mehr gepumpt und die Maschine hat komplett die Aufgabe übernommen. Niemand vom OP-Team hat mehr geredet und alle haben hochkonzentriert gearbeitet. Das war sehr beeindruckend – auch, als das Herz per Hand wieder zum Schlagen gebracht wurde.

Redaktion: Ihr habt auch noch im Kreißsaal gedreht - welchen Effekt wolltet ihr damit im Video erzielen?

Dreh-Team: Wir wollten die Verbindung zwischen dem physiologischen und dem emotionalen Herz herstellen. Wenn eine Mutter das erste Mal den Herzschlag ihres Kindes mittels CTG hört, ist das der perfekte Moment dafür.

Redaktion: Was beutetet für euch jetzt das Fastenmotto 2016?

Dreh-Team: Für uns hat das Herz zwei Bedeutungen. Es war faszinierend zu sehen, wie der Körper funktioniert und wie bedeutend das Herz dafür ist. Aber das Herz als Wesenskern des Menschen, wie es im Fastenmotto vorkommt, ist etwas ganz anderes. Aber mindestens ebenso komplex.

Das Interview mit dem Video-Team vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen (ekn) führte Diana Schild vom Evangelisches MedienServiceZentrum (EMSZ).

Von der Theorie zur Praxis

Einfach mal jemanden einladen, den wir noch nicht kennen. Und einander mit Neugier und ohne Vorbehalte begegnen. Teilen, was da ist, und erleben, dass es für alle reicht. Dass da immer noch Platz ist, wenn jemand hinzukommt. „Sieh das mal nicht so eng“, sagen wir, und es lohnt den Versuch. Sich über das Glück der anderen freuen – und lachen können über den eigenen Neid. Nicht mehr aufrechnen, was war – und Vergebung schenken.

Diese innere Weite öffnet den Blick nicht nur für den Nachbarn jenseits des Gartenzauns, sondern auch für den Flüchtling, der von weit her kommt. Wir können Wohnraum, Arbeit und sogar Heimat teilen. Ein großes Herz taugt als guter Gastgeber und Dolmetscher, der enge Grenzen überwindet.

Wir können dabei aus der Fülle schöpfen, denn unser großes Herz ist gehalten in Gott. Wir müssen nicht immer sorgen und rechnen, denn: „Gott kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk“ (2 Kor 9,8).

Mehr über die Fastenaktion 2016 der EKD