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Bild: fotolia.com/ Tatjana Balzer

Wir unterstützen Kompetenzen

Tagesthema 12. Oktober 2015

Landeskirche Hannovers unterstützt Flüchtlingsarbeit vor Ort

Die Landeskirche möchte auf der Basis ihres Auftrags das Engagement von Gemeinden, Kirchenkreisen, Einzelpersonen und Initiativen vor Ort in der Flüchtlingsarbeit fördern. Die beiden grundlegenden Ziele des Engagements sind es, Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, in ihren Kompetenzen darin zu unterstützen, sich eine neue Existenz aufzubauen und, soweit sie dies wünschen, zu Bürgerinnen und Bürgern unserer Gesellschaft zu werden.

Zweitens geht es darum, an der Weiterentwicklung unserer demokratischen und pluralitätsfähigen Gesellschaft mitzuwirken, die Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Weltanschauung einen gemeinsamen Ort zum Leben bietet.

Wichtig ist, dass das besondere kirchliche Engagement in der Flüchtlingsfrage keinesfalls dazu führt, dass andere Handlungsfelder und Menschen, die auch kirchlicher Begleitung und Unterstützung bedürfen, vernachlässigt werden.

Engagement in den Kirchenkreisen/Kirchengemeinden und Diakonischen Einrichtungen

In fast allen der 49 Kirchenkreise der Landeskirche gibt es Initiativen, die entweder von Mitgliedern der Kirchengemeinden initiiert worden sind oder die an denen sich Kirchengemeinden/Kirchenkreis aktiv beteiligen.

Die Aktivitäten in den Kirchenkreisen und Kirchengemeinden erstrecken sich auf alle Bereiche der Flüchtlingshilfe: Von der Unterstützung bei bei der Einrichtung und beim Betrieb von Erstaufnahmelagern, über Kleiderspenden, Möbel, Kinderspielzeug,  bishin zu Integrationshilfen für Flüchtlinge (Willkommens-Café, Hilfe bei Behördengängen, Sprachkurse, Begegnungsfeste, „Patenschaften“, Freizeitangebote für Kinder, Kinderbetreuung).

Zudem initiieren sie die Mitarbeit bei Runden Tischen und vermitteln Ehrenamtliche bei Seelsorge-Angebote für Flüchtlinge und begleiten Helfer bei der Supervision.

Bereitgestellte Mittel für das Jahr 2015

Um die Flüchtlingsarbeit vor Ort zu unterstützen, hat der Landessynodalausschuss beschlossen, dass die Landeskirche den Kirchenkreisen für das Jahr 2015 eine Summe von drei Millionen Euro für die Flüchtlingsarbeit zur Verfügung zu stellt.

Weitere 180.000 € stellt die Landeskirche für die Koordination und Begleitung von Ehrenamtlichen in Erstaufnahmeeinrichtungen zur Verfügung. Die Mittel der Migrations- und Flüchtlingsberatungsdienste in den Kirchenkreisen werden um 250.000 € erhöht. Für Maßnahmen im Bereich der Bildungs-, Kinder- und Jugendarbeit werden Mittel von 500.000 € freigegeben.

Redaktion

Seit Jahren kontinuierlich engagiert für Flüchtlinge

In der Landeskirche gibt es seit Jahren kontinuierliches Engagement zur Flüchtlingsthematik. Viele Kirchengemeinden und Kirchenkreise sind in dieser Hinsicht aktiv. Die Aktualität und hohe mediale Wahrnehmung des Themas ist für Gemeinden und Kirchenkreise vermehrt Anlass, dieses Engagement zu verstärken oder auch zu beginnen.

Kirchengemeinden, Kirchenkreise und Einrichtungen können – auch gemeinsam mit anderen Institutionen und gesellschaftlichen Gruppen – mit einer eigenen Veröffentlichung für die Situation von Flüchtlingen sensibilisieren und z.B. bei der Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft am Ort für Verständnis, Offenheit und die Bereitschaft zur Integration werben.

Weitere Informationen über die Möglichkeiten zu helfen

Hier hilft Kirche

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  • Diakonie (z.B. Begleitung, Beratung, Empowerment von Flüchtlingen und Freiwilligen)
  • Bildung (z.B. Qualifizierung, religionssensible und interkulturelle Bildung, Spracherwerb)
  • Seelsorge (z.B. für Flüchtlinge und supervisorische Beratung von Freiwilligen)
  • Foren für gesellschaftlichen Dialog (z.B. zu Integration, Ängsten) und gemeinsam gestalteten Alltag

Mut bei Veränderungen

Der Hildesheimer Regionalbischof Eckhard Gorka hat dazu ermuntert, sich auch angesichts der aktuellen Flüchtlingskrise Veränderungen im Leben zu stellen. „Unser Weltbild ist einer starken Dynamik ausgesetzt“, sagte Gorka in der Hildesheimer Michaeliskirche. Derzeit entstünden neue Bilder einer zerrissenen Welt. „Als wir klein waren, da war uns das Leben in der Familie vertraut und die Welt draußen ein Abenteuerspielplatz. Und dann merken wir, wie andere Familien leben, welche Maßstäbe schon ein Stadtviertel weiter gelten, wie anders Menschen in Kriegsgebieten leben müssen.“

Gorka erinnerte an das Foto des syrischen Jungen Aylan Kurdi, der auf der Flucht ertrunken vor Bodrum an der türkischen Riviera angespült wurde. „Wir lernen nie gekannte Armut kennen und nie gekannten Reichtum“, sagte der Landessuperintendent. „Gewissheiten gehen verloren und machen ungewissen Ahnungen Platz.“

Der christliche Glaube könne Mut machen, sich dieser Wirklichkeit zu stellen, sagte Gorka. „Derzeit erfahren viele Menschen in der Flüchtlingshilfe, dass sie gebraucht werden und helfen können.“

epd/Redaktion

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