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Ausblick

In Zukunft werden mehr ausgebildete Pflegefachkräfte gebraucht

zukunft

Es muss gelingen, das Berufsfeld durch vielfältige Maßnahmen (Arbeitsprozesse, berufliche Perspektiven, Zugänge zur Altenhilfe und Vergütungen u.v.m.) aufzuwerten und für diese Tätigkeit und das Engagement zu werben. Die bisher nicht kostendeckende Vergütung durch Pflegekassen und Sozialhilfeträger in der stationären Altenhilfe erschwert zusätzlich engagierte Mitarbeitende für diesen wichtigen Beruf zu begeistern.

Dazu werden sich die Einrichtungen wie auch die diakonischen Fachschulen künftig verstärkt auf Berufsmessen präsentieren und die gemeinsame Arbeit wie auch die Vernetzung von Schulen und Einrichtungen verstärken.

Palliative Versorgung und hospizliche Kultur

Stationäre Einrichtungen werden heute zunehmend später in Anspruch genommen. Familien versuchen, die Pflege ihrer Angehörigen möglichst lange zu Haus zu organisieren. Dies führt zu einer kürzeren Verweildauer von zumeist schwerst Pflegebedürftigen in den Einrichtungen.

Mitarbeitende stehen deshalb vor steigenden Anforderungen, was die Fachlichkeit sowie den Aufwand für die Pflege angeht. Fast ausnahmslos betreuen sie nur noch mehrfach erkrankte Pflegebedürftige in ihrer letzten Lebensphase. Ferner ist der Anteil dementiell Erkrankter steigend.

Neben dem Projekt ZDE werden über das Diakonische Werk Qualifizierungsmaßnahmen für Pflegehelferinnen und Pflegehelfer, Fachkräfte und leitende Mitarbeitende initiiert, damit diese den stetig steigenden Anforderungen gerecht werden können. Das Fortbildungsangebot „Palliative Begleitung alter Menschen in Altenheimen“ nimmt sich einer wesentlichen Herausforderung der Pflegeheime an. Die Fortbildung wird derzeit in Göttingen und Hannover mit 29 Altenheimen erprobt. Dieses Modellvorhaben läuft möglicherweise 2015 aus, sollte jedoch – landeskirchlich finanziert – weitergeführt werden.

Bessere Refinanzierung

Seit einigen Jahren zeichnet sich ab, dass die Entgelte im Bereich der stationären Pflegeeinrichtungen durch die Anwendung des externen Vergleichs sinken bzw. stagnieren. Dies bezieht sich nicht nur auf die Kostenstrukturen im Personalbereich, sondern inzwischen auch auf den Bereich der Investitionskosten. Die Konkurrenzsituation diakonischer Einrichtungen hat sich weiter verschärft. Die Ursachen hierfür sind vielschichtig:

Nach Überzeugung des Diakonischen Werkes lässt sich diese Situation nur entschärfen, wenn es in Niedersachsen gelingt, die Höhe von Pflegeentgelten allgemeinverbindlich zu definieren. Das wäre möglicherweise der Einstieg in einen Tarifvertrag Soziales.

Neue Wohnformen

Durch die Entwicklung neuer Wohnformen mit unterschiedlichen Betreuungskonzepten ist eine Auflösung der starren Grenzen zwischen stationärer und ambulanter Pflege zu beobachten, die zukünftig verstärkten Einfluss auf die Angebote diakonischer Träger haben wird.

Durch die damit verbundene Erweiterung des Dienstleistungsangebotes wird der Verbleib in der eigenen häuslichen Umgebung in Zukunft auch bei größerer Hilfe- und Pflegebedürftigkeit länger gewährleistet werden können.

Obwohl Erfahrungen mit der 4. Generation der Pflegeheime, den sog. Hausgemeinschaftsmodellen, zeigen, dass die Finanzierung durch die Kostenträger den erhöhten Aufwand nicht decken, bleibt diese Konzeption für den Bereich der Menschen mit Demenz mit dem Prinzip von kleinen möglichst autonomen Gruppen eine anzustrebende Weiterentwicklung der herkömmlichen Versorgung.

Seit 2013 propagiert das Kuratorium der Deutschen Altershilfe (KDA) die 5. Generation der Pflegeheime, sogenannte Quartiershäuser. Dieses Konzept nimmt verstärkt die Wechselbeziehungen zwischen „Leben in der Privatheit, Leben in der Gemeinschaft und Leben in der Öffentlichkeit“ in den Blick.

Insgesamt wird es darauf ankommen, wie gut stationäre Einrichtungen mit ihrem Umfeld vernetzt sind, ob ein modernes Freiwilligenmanagement implementiert ist und spezielle Betreuungs-, Versorgungs- und Wohnkonzepte entwickelt werden, um den externen Anforderungen und denen des Marktes gerecht zu werden.