kopf

Ausblick

Finanzierung der Jugendwerkstätten durch das Land

zukunft

Das Land Niedersachsen fördert Jugendwerkstätten mit einem Landesprogramm1 seit über 25 Jahren. Es gibt zwar keine politischen Anzeichen dafür, dass das Programm beendet werden soll. Fraglich ist jedoch, welche Auswirkungen gekürzte europäische Mittel auf die Zahlungen des Landes haben werden.

Die Förderperiode des Europäischen Sozialfonds (ESF) läuft Ende 2013 aus. Ein Förderschwerpunkt in der neuen Förderperiode wird „die Förderung der sozialen Eingliederung und Bekämpfung von Armut“2 sein. Es ist davon auszugehen, dass vorberufliche Bildung und berufliche Bildung, als Ansatzpunkt zur Vermeidung von Armut, als Ziel in die Länderprogramme aufgenommen wird. Der Haushalt für die neue ESF Förderperiode ist jedoch noch nicht verabschiedet.

Es wird davon ausgegangen, dass sich die Strukturfonds Mittel für das Land Niedersachsen um ca. 700 Millionen Euro verringern. Die Kürzungen werden auch den Haushalt des ESF betreffen. Derzeit kann auch wieder davon ausgegangen werden, dass für die Jugendberufshilfe die meisten Mittel des ESF zur Verfügung gestellt werden. Die Förderung für die Übergangsphase von 2014 bis 30.6.2015 ist sichergestellt.3

Auswirkungen der Instrumentenreform

Weniger Geld im Eingliederungstitel bedeutet weniger Geld für die Eingliederung von Arbeitslosen, heißt weniger Geld für Maßnahmen. Das ist für alle Jugendwerkstätten in Niedersachsen deutlich spürbar.

Nahezu alle Träger befinden sich in „Umstrukturierungen“. Diese bedeuten, dass Personal entlassen wird, Räume und Standorte aufgegeben, vorhandene Infrastrukturen abgebaut werden müssen. Das Diakonische Werk begleitet diese Maßnahmen mit dem Ziel, trotz der schlechten Ausgangsbedingungen die fachliche Expertise aufrecht zu erhalten.

Immer stärker werden die Einrichtungen gezwungen, ihre Leistungen über Ausschreibungen im Rahmen des SGB II und des SGB III anzubieten. Die Lose sind z. T. groß und die Angebote sind oft nur im Verbund mit anderen Trägern zu realisieren. Für die Zukunft ist zu prüfen, mit welchem Trägern man für welche Projekte zusammenarbeiten will / kann.

Stärkung der Strukturen durch Kooperationen

Die von der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers geförderten Jugendwerkstätten haben sich in den vergangenen Jahren fortentwickelt und ihre Qualität ständig verbessert. Aufgaben und Themen für die nächsten Jahre sind:

  • das Bilden von Verbünden bei Ausschreibungen und Projekten
  • Projektentwicklung (auch extern), unter Berücksichtigung der Struktur und der Ressourcen (materiell und personell) unter Berücksichtigung des Vergaberechts, der Europäischen Standards und der Qualitätsentwicklung
  • Kooperationen mit allgemeinbildenden Schulen / Berufsschulen
  • Kooperationen mit Einrichtungen der Soziokultur
  • Kooperationen mit der Wirtschaft
  • QM in Jugendwerkstätten

Die notwendigen strukturellen Änderungen und Anpassungen kosten die Träger viel Geldmittel, die sie nicht immer aus eigener Kraft aufbringen können. Hier gilt es, die Träger finanziell zu unterstützen. Nur eine starke finanzielle Unterstützung der Jugendwerkstätten durch die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers wird die Arbeit in den nächsten Jahren absichern.

1. Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Jugendwerkstätten Erl. d. MS v.– 303- 51 742 – 40 - VORIS 21133 -

2. Quelle: Europäisch Kommission (2011) Kohäsionspolitik 2014-2020. Investieren in Wachstum und Beschäftigung. S. 9

3. So hat Staatssekretär Pott auf der Sitzung „Moderierter Prozess zur zukünftigen Förderung von Jugendwerkstätten in Niedersachsen“ am 27.11.2012 erklärt, dass die Finanzierung der Jugendwerkstätten in Niedersachsen für das Jahr 2014 sichergestellt wird.