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Rückblick

Beratung von Abhängigen

vergangen

In Niedersachsen sind ca. 12.000 Menschen von illegalen Drogen abhängig. Es ist absehbar, dass, wie in anderen östlichen und südlichen Bundesländern auch, die Abhängigkeit von Crystal Meth, einer relativ leicht herzustellenden und dadurch recht preiswerten (Jugend-)Droge, zunehmen wird. Die Kernaufgaben der Fachstellen für Sucht und Suchtprävention liegen in den Bereichen Prävention, Beratung, Behandlung (Therapie) und Nachsorge. Darüber hinaus wird die psychosoziale Betreuung und Begleitung von substituierten Drogenabhängigen zumeist ebenfalls angeboten.

Beratung im sozialen Umfeld

Abhängigkeiten entwickeln sich immer im sozialen Kontext, in der Familie oder im Freundes- und Bekanntenkreis. In aller Regel sind daher nicht nur die Betroffenen selbst, sondern die Menschen im engeren sozialen Umfeld in die Beratung und in den Behandlungsverlauf mit einzubinden. Diesen Angehörigen kommt auch bei der Stabilisierungs- und Festigungsphase nach einer Therapie besondere Bedeutung zu, da Verhaltensänderungen von allen Beteiligten geleistet werden müssen, um Rückfälle in alte Verhaltensweisen und somit Suchtverhalten zu vermeiden.

Diversifizierung des Leistungsangebots

Das Suchthilfesystem in Niedersachsen hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch weiterentwickelt und so ausdifferenziert, dass es für unterschiedliche Erwartungen und Bedürfnisse qualifizierte Angebote vorhält. Deutlich geworden ist inzwischen, dass eine ambulante Therapie bzw. die Kombination zwischen ambulant und stationär deutlich erfolgreicher ist hinsichtlich der Rückfallgefährdung, als eine reine stationäre Therapie, da nach Klinikentlassung der Übergang in das „normale Leben“ konfliktreicher zu sein scheint.

Qualitätssicherung

Der Fachverband der Suchtkrankenhilfe (ELAS) hat sich in den vergangenen Jahren neben der Aus- und Fortbildung von Ehrenamtlichen mit weiteren fachlichen Angeboten für die Mitarbeitenden in den Fachstellen einen zusätzlichen Schwerpunkt gegeben und dabei alle Mitgliedsfachstellen seit 2009 verpflichtet, nach einem anerkannten Qualitätsmanagementsystem zu arbeiten. Eine Vernetzung dieses QM-Systems auf Bundesebene mit dem Bundesfachverband „GVS“ (Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe), ist sichergestellt.

Neue Refinanzierungsquellen

Die Fachstellen für Sucht und Suchtprävention der Diakonie in Niedersachsen refinanzieren sich zum einen aus Landes- und kommunalen Mitteln, aus kirchlichen Zuschüssen und aus abrechenbaren Leistungen ihrer Tätigkeit vor Ort z. B. für Glücksspielprävention, für die psychosoziale Begleitung substituierter Drogenabhängiger und für andere Präventionsmaßnahmen, die in Abstimmung, Planung und Mitverantwortung mit den Kommunen vor Ort durchgeführt werden. In den vergangenen Jahren konnte die Anzahl der refinanzierten Angebote deutlich erhöht werden.