kopf

Ausblick

30 Jahre Schuldnerberatung

zukunft

2014 wird der Arbeitskreis Schuldnerberatung sein dreißigjähriges Bestehen feiern. Seine Existenz dokumentiert die Entwicklung der Schuldnerberatung als ein Aufgabenfeld der Sozialen Arbeit.
Fraglich ist die zukünftige Rolle und Funktion in der Schuldnerberatung. In der Vergangenheit haben diese sich weniger theoriegeleitet, sondern eher praxis-orientiert weiter entwickelt.

Schuldnerberatung für älterere Menschen

Die demografische Entwicklung findet auch in der Schuldnerberatung ihren Niederschlag. Ältere als „Kreditnehmer der Zukunft“, Fragen der Altersarmut sowie die Bedeutung der Verbraucherinsolvenz für ältere überschuldete Menschen treten zunehmend auf. Sie werden verstärkt durch Überschuldung aufgrund von in Anspruch genommenen Pflegeleistungen und Vorkommnissen der gesundheitlichen Versorgung (Stichwort: Betragsrückstände in der Krankenversicherung) Relevanz haben. Weitere Themen sind die Beschäftigung mit der Interkulturalität und dem „Leben als Konsum“.

Dabei ist immer wieder auf die als Ausgangsbasis einer Menschenrechtsprofession Bezug zu nehmen. Nur eine eindeutige Fachlichkeit kann zur Legitimation der diakonischen Schuldnerberatung beitragen.

Qualitätsstandards diakonischer Schuldnerberatung

Nach langen Jahren der Strukturdiskussionen und einem finanztechnischen „Refinanzierungs-Flickenteppich“ besteht die Gefahr, die eigenen ethisch-normativen Wurzeln der sozialen Schuldnerberatung aus dem Blick zu verlieren. Qualitätsnachweise und –standards werden zukünftig bei dem Angebot der Schuldnerberatung entscheidend für die Drittmittelfinanzierung, insbesondere in Abgrenzung zu freigewerblichen Anbietern, sein. Drittmittelgeber, zum Beispiel das Job-Center, verlangen verstärkt Qualitätsnachweise als Grundlage für die Vergabe von Mitteln. Diese Qualitätsstandards sind die Grundlage für weitergehende vertraglich geregelte Refinanzierungsverhandlungen mit dem Land Niedersachsen und sonstigen möglichen Kooperationspartnern (zum Beispiel der Wohnwirtschaft).

Der Benchmark-Prozess des DW in ausgesuchten Schuldnerberatungsstellen hat gezeigt, dass ganzheitliche Beratung nachhaltig wirkt. Deutlich wird dies auch an Schuldnern, die von anderen Stellen beraten wurden und dann mit einer erneuten Überschuldungsproblematik die diakonischen Fachstellen aufsuchen. Die Arbeit an der Qualitätsentwicklung für die Schuldnerberatung wird das Fachreferat im DW Hannovers zusammen mit dem AKS voranbringen.

Landeskirchliche Mitfinanzierung der Schuldnerberatung?

Als junges Kind der kirchlichen Beratungslandschaft erhält die Schuldnerberatung keine grundständigen landeskirchlichen Fördermittel. Die Forderung nach einer allen Bürgerinnen zugänglichen Schuldnerberatung ist plausibel. Durch den Einsatz von landeskirchlichen Mitteln könnten an dieser Stelle Zeichen für die diakonische Schuldnerberatung gesetzt werden. Dies gilt insbesondere für die präventive Arbeit wie z.B. die erwerbssichernde Schuldnerberatung, die bislang nicht refinanzierbar ist, aber im Sinne einer Existenz- und Teilhabesicherung trotzdem von enormer Hilfe sein kann.