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Ausblick

Projektberatung intensivieren

zukunft

Die Beratung mit einem Fachmann / einer Fachfrau hinsichtlich der Konzeption und des Status eines Projektes ist bei der Planung wichtig und hilfreich, um die Passgenauigkeit eines Projektes für die Betroffenen wie aber auch für fördernde Projektitel zu erhöhen.

Die Erfahrung bei der Projektberatungsstelle zu „Zukunft(s)gestalten“ im Diakonischen Werk zeigt, dass durch qualifizierte Projektberatung sehr gute Effekte erzielt werden können.

Diese Einsicht ist ein Ergebnis aus der Evaluation von „Zukunft(s)gestalten“. Projektberatung beginnt bereits mit den Vorbereitungen für eine Antragstellung. Die Möglichkeit für Kirchengemeinden, sich zu einem landes- kirchlichen Programm bereits zur Vorbereitung der Antragsstellung beraten zu lassen, wird als sehr unterstützend erlebt. Zugleich konnte dadurch die Qualität der Antragsstellungen wesentlich verbessert werden.

Letztlich kommt eine fundierte Projektberatung den Betroffenen zugute und gewährleistet damit eine bessere Betriebsmittelsteuerung. Es sollte landeskirchenweit überlegt werden, wie bei bereit gestellten Projektmitteln eine qualifizierte Beratung der Projektträger von vornherein sicher gestellt wird. Dazu gehört auch eine abschließende Evaluation des Gesamtprojekts, die Kriterien dafür benennt, ob ein Projekt abgeschlossen oder in eine Regelförderung überführt werden sollte.

Regelangebote nicht durch Projektarbeit ersetzen

Die Förderung von Projekten ist wichtig und entspricht der Dynamik des kirchlich-diakonischen Lebens in einer heterogenen Landeskirche. Man schafft damit Innovation und Lebendigkeit.1 Man kann mit Projekten jedoch keine Regelangebote ersetzen.

Daher muss man sich davor hüten, in dem Engagement für Projekte gleichfalls eine Einsparung für notwendige Regelangebote, wie z.B. der Kirchenkreissozialarbeit, oder der Beratungsdienste zu sehen.

Gerade sozialdiakonische Arbeit lebt von einem Angebot, das sich erst mit der Zeit bei den Betroffenen herumspricht und damit an Qualität gewinnt. Projektfinanzierung ist hilfreich für Startphasen neuer Arbeitsfelder. Sie hindert aber in Zeiten knapper Ressourcen u. U. auch die Verstetigung.

Die Landessynode wird zu entscheiden haben, in welchen sozialdiakonischen Hilfefeldern sie künftig verstetigende Angebote vorhalten und mit Leben erfüllen will, für welche sie Innovationen fördernde Projektmittel zur Verfügung stellt und aus welchen sie sich möglicherweise auch ganz zurückzieht.

1. Bei einer Tagung von Kirchenkreissozialarbeitenden in 2011 wurden elf Projekte vorgestellt. Zehn davon wurden aus besonderen Fördermitteln finanziert. Muss man darin einen Beweis für die Innovationskraft von Projektmittelpolitik erkennen – und / oder dafür, dass der normale Berufsalltag keinen Raum mehr für Innovationen lässt?