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Rückblick

Mit der Schwangeren nach Lösungen suchen

vergangen

Nach evangelischem Beratungsverständnis besteht der wirksamste Schutz des ungeborenen Lebens darin, zusammen mit der Schwangeren nach Lösungen für ihre Fragen zu suchen. Frauen, die durch eine ungewollte Schwangerschaft in einen tiefen, oft verzweifelten und tragischen Lebenskonflikt geraten, dürfen in dieser Situation nicht allein gelassen werden.

Evangelische Beratung heißt, einer Frau im Schwangerschaftskonflikt Wege für ihr weiteres Leben aufzuzeigen und ihr das Leben als Gottes Geschenk zu verdeutlichen. Sie kann die betroffene Frau aber nicht von der Entscheidung entbinden, die sie selbst verantworten und deren Konsequenzen sie tragen muss.

Auch eine Frau, die sich in einer schweren Notsituation nach erfolgter Beratung für einen Schwangerschaftsabbruch entscheidet, darf nicht verachtet oder allein gelassen werden. Aus christlicher Sicht wird damit ausgedrückt, dass ein Schwangerschaftsabbruch zwar gegen Gottes Gebot verstößt, Gott aber denen, die schuldig werden, nicht nur richtend, sondern vergebungsbereit und helfend gegenübertritt.

Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen

In der Landeskirche gibt es 47 anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen, in denen mehr als 70 Berater und Beraterinnen – in der Regel Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen – tätig sind. Dazu kommen spezielle beraterische Qualifikationen für Konfliktberatung, Paarberatung oder Sexual- und Familienplanungsberatung.

Vernetzte Arbeit

Die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen gehören zum bewährten Beratungsangebot der evangelischen Kirche und arbeiten meist bereits seit Jahren gut vernetzt mit anderen Beratungsstellen wie Kirchenkreissozialarbeit, Schuldnerberatung und Ehe- und Lebensberatungsstellen.

Diese Zusammenarbeit wird – auch durch eine Zusammenlegung der Beratungsangebote eines Kirchenkreises unter einem Dach – noch verstärkt und effektiver. So kann schwangeren Frauen und werdenden Eltern durch die Vermittlung an andere Fachdienste oder von entlastenden Angeboten wie zum Beispiel "wellcome" umfassende Hilfe und Unterstützung geboten werden.

Erfahrungsaustausch

Wichtig ist der jährliche Erfahrungsaustausch der Berater und Beraterinnen mit Vertretern und Vertreterinnen des Landeskirchenamtes und der Fachberatung, die das Diakonische Werk der Landeskirche wahrnimmt. Er bietet die Möglichkeit, neben dem Austausch von methodischen Fragen und Erfahrungen sowie der Analyse der Statistik Absprachen zu treffen, Fortbildungsbedarfe zu erkennen und Angebote zu planen.