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Rückblick

Impulse zur Entwicklung von Familienzentren

vergangen

Die Entwicklung von Familienzentren in der hannoverschen Landeskirche wurde maßgeblich durch Beschlüsse der Landessynoden befördert, z.B. durch einen Beschluss der 62. Sitzung: „Das Landeskirchenamt wird gebeten, in Kooperation mit der landeskirchlichen Fachberatung und Fortbildung im Diakonischen Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers e.V. geeignete Maßnahmen und Angebote zu entwickeln, den Prozess der Weiterentwicklung der Kindertagesstätten hin zu Familienzentren zu befördern.“

Im Nachgang haben das Landeskirchenamt und das Diakonische Werk das Thema „Familienzentren“ in vielfältiger Weise aufgegriffen und durch unterschiedliche Impulse vorangetrieben. So fanden unter anderem zwei Fachkongresse „Im Mittelpunkt: Kinder“ und „Im Mittelpunkt Familien(zentren)“) statt.

In der Folge wuchs das Interesse von ev. Kindertageseinrichtungen, ihre Einrichtung zu einem Familienzentrum weiterzuentwickeln, so dass das Diakonische Werk zusammen mit der Ev. Aktionsgemeinschaft für Familienfragen (eaf) die Arbeitshilfe „Im Mittelpunkt Familien(zentren)“ herausgegeben hat.

Begleitung und Beratung von interessierten Trägern und Einrichtungen

Von der Idee bis zur Wirklichkeit sind bei der Konzipierung von Familienzentren umfangreiche und vielfältige Fragestellungen zu klären, beispielsweise: „Wie ist die lokale Ausgangssituation in Bezug auf Anzahl und Struktur der Familien?“; „Welche Bildungs- und Betreuungsangebote gibt es vor Ort?“; „Ist die Idee kompatibel mit der örtlichen Jugend- und Familienpolitik?“; „Welche Finanzierungsmöglichkeiten und Zusagen gibt es?“.

In den meisten Fällen bedarf es bei den Entwicklungsschritten einer externer Unterstützung und Begleitung. Diese bietet das Diakonische Werk an, das seit 2009 als Anlauf- und Beratungsstelle für Anfragen von Trägern und Einrichtungen fungiert. Die Federführung ist im Bereich Kinder, Jugend und Bildung, angesiedelt.

Finanzausstattung und Förderung

Familienzentren als Bestandteil einer gemeinwesenorientierten Arbeit benötigen für den Aufbau und die Steuerung der Netzwerke personelle Ressourcen, die aus den laufenden Haushalten in der Regel nicht bereitgestellt werden können. Aus diesem Grund hat die Landeskirche die Projektmittel „Besondere Projekte in der Diakonie“ aufgestockt und um den Fördergegenstand „Familienzentren“ erweitert. Diese zeitlich befristetete Anschubfinanzierung hat in vielen Fällen die ersten Schritte ermöglicht und dazu beigetragen, dass sich auch Kommunen und Städte mittelfristig beteiligen (werden).

Auch das Diakonische Werk hat durch die Bereitstellung von Finanzmittel für Umbaumaßnahmen und Ausstattungsgegenstände sowie spezielle Projekte den Aufbau der Ev. Familienzentren unterstützt.
Leider sah sich das Land - anders als in vielen Bundesländern - bisher nicht in der Lage, einen dauerhaften finanziellen Zuschuss bereitzustellen.

Voneinander wissen und lernen - die Konferenz evangelischer Familienzentren

Trotz aller örtlich und regional spezifisch zu berücksichtigenden Bedingungen und Besonderheiten, gibt es ein großes Interesse der Einrichtungsleitungen an einem fachpolitischen und fachpraktischen Austausch untereinander, verbunden mit Fortbildungsangeboten z.B. zu Fragen der Öffentlichkeitsarbeit oder Netzwerkentwicklung und zu rechtlichen Themen.

Daher hat das Diakonische Werk 2010 die Konferenz evangelischer Familienzentren gebildet, die eine Austauschplattform bietet und in Projektgruppen bestimmte Themen bearbeitet (z.B. Qualitätskriterien, gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit).

Rasante Zunahme der Ev. Familienzentren

In den letzten sieben Jahren hat sich die Zahl der Ev. Familienzentren vervierfacht. Gab es 2001 zehn Einrichtungen, sind es mittlerweile nahezu 40 Ev. Familienzentren, die zu mehr als 90% Kindertagesstätten als „Keimzelle“ haben. Oftmals sind es Kommunen oder Städte, von denen die Impulse ausgehen und die verlässliche Partner für den Aufbau eines oder mehrerer Familienzentren suchen. So sind z.B. im Jahr 2012 allein im Landkreis Osnabrück acht ev. Familienzentren an den Start gegangen.