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Rückblick

„Wir werden älter, und wir werden weniger“

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Mit der Einrichtung der Fachstelle „Arbeit mit Älteren“ wurde den demografischen Entwicklungstendenzen der Gesellschaft im Bereich der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers Rechnung getragen. „Wir werden älter, und wir werden weniger“ – mit diesen beiden kurzen Feststellungen lassen sich die zu erwartenden demografischen Trends beschreiben.

Der Rückgang der Bevölkerungszahl geht dabei einher mit einer signifikanten strukturellen Veränderung der Bevölkerungszusammensetzung. Gemäß den vorliegenden Prognosen werden 2030 voraussichtlich 17% weniger Kinder und Jugendliche in Deutschland leben als heute. Die Altersgruppe der 65-jährigen und Älteren wird hingegen um rund ein Drittel (33%) ansteigen.

Auf die Kirchen in Deutschland trifft diese Entwicklung in besonderer Weise zu: Ihre Mitglieder sind, was das durchschnittliche Alter angeht, schon jetzt einige Jahre älter als die Bevölkerung und werden mit der demografischen Entwicklung noch schneller altern als die Bevölkerung insgesamt. Bereits im Jahr 2020 – und nicht erst 2030 – wird deswegen der Anteil der über 60 Jahre alten Gemeindeglieder auf etwa 40% gestiegen sein.

Eine besondere Herausforderung für die zukünftige kirchliche Arbeit mit Älteren stellt die Tatsache dar, dass die heutige Generation 50plus anders alt wird als die Generationen vor ihr. Die sogenannten „jungen Alten“ fühlen sich weitaus jünger als es ihrem kalendarischen Alter entspricht. Sie sind – in der überwiegenden Zahl – gesundheitsbewusst und körperlich fit, umfassend gebildet, mobil, vielseitig interessiert und in der Regel finanziell besser gestellt.

Arbeitsstelle im HkD

Für die Kirchengemeinden ergibt sich daraus die Aufgabenstellung, diese neue Generation älter werdender Menschen, die sich von der Institution Kirche in vielen Fällen schon distanziert hat, für kirchliche und religiöse Themen zu interessieren und eventuell auch für die Mitarbeit vor Ort zu gewinnen.

Die Entscheidung im Haus kirchlicher Dienste eine Arbeitsstelle anzusiedeln, die Grundfragen des demografischen Wandels der Gesellschaft aufgreift, bearbeitet und ehrenamtlich und hauptamtlich kirchlich Tätigen zur Verfügung stellt, ist in diesem Kontext zu verstehen.

Information und Schulung

Zur Information und Schulung von Hauptamtlichen sowie MultiplikatorInnen sind vom Arbeitsfeld bislang nachstehende Fachtage ausgerichtet worden:

  • „Altersbilder in Kirche und Gesellschaft“ (September 2009)
  • „Im Alter neu werden können“ (März 2010)
  • „Grau sind nur die Haare!“ Basiswissen für neue Seniorenarbeit (März 2011)
  • „Mit dem Alter kommt der Psalter?“ – Die Generation 60plus in der Kirchengemeinde (November 2011)
  • „Mündigkeit und Freiheit“ – Spiritualität und Engagement in der dritten Lebensphase (April 2012)
  • „Gute Ideen sind wie das Salz in der Suppe!“ Praktische Beispiele aus der Gemeindearbeit für die Arbeit mit Älteren (März 2013)
  • „Frauen altern anders – Männer auch“ – Folgerungen und Notwendigkeiten für eine zeitgemäße Praxis in der Gemeindearbeit (September 2013).

„Generation 50plus“

Um die Bedeutung der „Generation 50plus“ als Zukunftsfeld in Kirchengemeinden hervorzuheben, wurde von den Fachstellen „Arbeit mit Älteren“ und „Besuchsdienstarbeit“ am 13.10.2012 der erste Impulstag unter dem Motto „Alter(n) hat Zukunft!“ ausgerichtet. Im Rahmen eines vielfältigen Gesamtprogramms widmeten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in verschiede- nen Workshops u. a. nachstehenden Themenfeldern:

  • Diakonische Besuchsdienste
  • Generationengespräche
  • Selbst organisierte Altenarbeit
  • Gestaltung von Seniorentreffen
  • Netzwerke in Kirchengemeinde und Seniorenarbeit.

Öffentlichkeitsarbeit

Im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit wirkte das Arbeitsfeld seit seinem Bestehen zudem an weiteren besucherintensiven Veranstaltungen mit:

  • Ausstellung „Altersbilder in unserer Gesellschaft“ in der Citykirche St. Jakobi in Hildesheim (Mai/Juni 2010; Kooperation mit den Gymnasien Andreanum und Josephinum, Hildesheim)
  • Workshop beim Ehrenamtlichentag der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers: „Das Beste kommt zum Schluss!“ Ansätze für die Arbeit mit Älteren in unserer Kirchengemeinde (September 2010)
  • „Mehr Zeit zu leben“ – Altersbilder und ihre Herausforderungen für Kirche und Diakonie (Oktober 2010; Kooperationstagung mit der Evangelischen Akademie Loccum und dem Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD)
  • Ausstellung „Vielfalt Alter“ und begleitende Veranstaltungen im Rahmen eines Themenmonats im Kulturzentrum „Das Glashaus“ in Derneburg (September 2011; Kooperationsprojekt mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim, der Ev. Familien-Bildungsstätte in Hildesheim und der Gemeinde Holle)
  • Workshop im „Zentrum Diakonie und Gesellschaft“ auf dem 6. Ostfriesischen Kirchentag in Aurich: „Das Alter hat Zukunft! Die Generation 60plus in der Kirche“ (Juli 2012)
  • Workshop beim Kongress „Kirche²“: „Die reife Zukunft der Kirche“ (Februar 2013)
  • Workshop beim „Tag der Kirchenvorstände“: „Alt werden können wir später!“ Das Lebensgefühl der Generation 60plus. Anregungen für eine aktivierende Seniorenarbeit (September 2013).