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Rückblick

Bildungsarbeit

vergangen

• Im Jahr 2007 wurde mit der Durchführung des von der EKD verantworteten theologischen Bildungs- programms „Fernstudium Theologie feministisch“ im Frauenwerk begonnen. Es ermöglicht befreiungs- theologische geschlechtersensible Zugänge zu den Grundthemen der Theologie. Textarbeit, Wochen- endseminare und regionale Arbeitsgruppen regen an, die Themen des Glaubens im Kontext des eigenen Lebens zu reflektieren und anzueignen. (2013 läuft der vierte Durchgang, insgesamt haben 112 Frauen am Fernstudium teilgenommen.)

• Mit einem trinitarischen Glaubenskurs „Wenn Frauen Gott sagen…“ beteiligt sich das Frauen-werk seit 2012 an der EKD-Kampagne. An drei Seminartagen wird jeweils eine Einführung in die Grundsymbole des christlichen Glaubensbekenntnisses angeboten. Dabei werden die Lebenserfahrungen der Teilnehmenden als Grundlage des Verstehens bzw. Nichtverstehens ernst genommen. Das Seminarmaterial ist als Arbeits- grundlage für ehrenamtlich und hauptamtlich Leitende gedacht und wird deutschlandweit abgefragt.

• Seit mehr als 20 Jahren wird in der Landeskirche von ehrenamtlich tätigen Frauen der „Frauen-sonntag“ vorbereitet und gestaltet. Erkenntnisse und Einsichten feministischer Bibelforschung werden dadurch an die Basis getragen. Zugleich wird die ganze Gemeinde an den Wert und die Bedeutung erinnert, die der Beitrag der Frauen seit den Anfängen des Christentums bis in die Gegenwart für die Weitergabe des Glaubens und die Lebendigkeit der Kirche gehabt hat und weiterhin haben wird.

• Feministisch-theologische Studientage
Regelmäßige feministisch-theologische Studientage finden sowohl regional als auch zentral statt. Die Themenauswahl ergibt sich in der Regel durch Interessenlagen und Anfragen von Interessierten bzw. aus Themen, die sich im Zusammenhang anderer Frauenwerksprojekte entwickeln. Studientage fanden/finden statt zu: Frauen der Bibel, Frauenwiderstand im Ersten Testament, Täterinnen in der Bibel, die Prophetie Jesajas, Schuld und Vergebung, Gericht, Gottesbilder und Behinderung , Frauenkörper und Gottesbilder, Spiritualität und Gewalt, Bewahrung der Schöpfung u.v.m.

Spiritualität

In den spirituellen Angeboten finden die teilnehmenden Frauen häufig Beispiele für eine „Gemeinde auf Zeit“ oder „Kirche am dritten Ort“, in denen sie Lebens- und Weggemeinschaft, sich kümmern und Interesse aneinander, sowie Verbindlichkeit und Solidarität erfahren, welche das parochiale Leben in Gemeinden und Kirchenkreisen ergänzen. Etliche dieser „Weggemeinschaften auf Zeit“ entstehen durch oder um Bildungsangebote herum. Zu nennen sind hier:

  • Pilgerinnenwege zu den Lüneburger Frauenklöstern
  • Bildungsurlaube
  • Meditationsseminare, Einkehrtage und Wanderfreizeiten
  • der „Konvent feministischer Theologinnen“, den ehemalige Teilnehmerinnen des Fernstudiums gegründet haben.

Engagement für Frieden und Gerechtigkeit

• Ausstellungsprojekt „Rosenstraße 76 – häusliche Gewalt überwinden“: In den Jahren 2012/2013 wurde als Kooperationsprojekt von Frauenwerk, Männerarbeit und Friedensarbeit in fünf Sprengeln der Landeskirche das Ausstellungsprojekt „Rosenstraße 76 – häusliche Gewalt überwinden“ mit einem umfangreichen Begleitprogramm durchgeführt. Ehrenamtliche und Hauptamtliche hatten Standdienste übernommen und standen den Besucherinnen und Besuchern als Ansprechpersonen zur Verfügung.

Die Vormittage waren die Zeit der Schulklassen und Gruppen. An manchen Tagen drängten sich bis zu fünf Klassen gleichzeitig in den Räumen, vertieften sich in die Texte der Ausstellung und bearbeiteten Aufgaben aus der pädagogischen Arbeitshilfe. Begleitet wurden sie dabei sowohl von ihren Lehrkräften als auch von Mitarbeiterinnen der unterschiedlichen Beratungseinrichtungen wie Frauennotruf, Frauenhäusern, Männerbüro, Kinderschutzzentrum oder der Polizei. Besonders intensiv nutzte die Polizei die Ausstellung, um über Interventionsmöglichkeiten bei häuslicher Gewalt zu informieren.

Durch dieses Projekt wurde eine große mediale Aufmerksamkeit für das Thema erreicht. Rund 10.000 Personen in der Landeskirche besuchten die Ausstellung und die Kontakte zu gesell-schaftlichen und politischen Einrichtungen, Institutionen sowie Vereinen wurden intensiviert.

• Thementag zu „Frauen und Rechtsradikalismus“, Oktober 2013: In manchen Regionen der Lan-deskirche erweisen sich rechtsradikale Einstellungen und Tendenzen als ernstzunehmende Probleme und Herausforderungen, die auch vor dem Umfeld von Kirchengemeinden nicht halt machen. Sensibilisierung und die Arbeit an stillschweigenden Einverständnissen, an den Ursachen und Folgen von rassistischen Vorurteilen sind dringend erforderlich.

• Erinnerungsarbeit: Angebot für Frauen auf dem „Europäischen Gedenkweg“ von Bremervörde zur Gedenkstätte Lager Sandbostel, gestaltet als Pilgerweg für Frauen, der den Weg der Gefangenen vom Bremervörder Bahnhof ins Lager Sandbostel nachvollzieht.

• Thema „Organtransplantation “: Im Zusammenhang mit der Erweiterung des Transplantationsgesetzes 2012 hat sich ein verstärkter Bedarf ergeben, die theologisch-ethischen Fragen zu reflektieren, die sich aus der gegen- wärtigen Organtransplantationspraxis ergeben. In Zusammenarbeit mit der EFiD hat sich das Frauenwerk eine umfangreiche Expertise zum Themen- komplex erworben. Vorträge, Workshops und Studientage zum Thema werden sowohl von Frauengruppen als auch Gemeinden und kirchlichen Gremien (Beirat Referat Chancengerechtigkeit EKD, Kirchenkreis- konferenzen) angefragt. Gemeinsam mit der EFiD setzt sich das Frauenwerk für eine intensive theologisch-ethische Debatte der Hirntodkonzeption und für eine umfangreiche Aufklärung zu den veränderten Bedingungen des Sterbe- und Trauerprozesses ein, die eine Organentnahme zur Folge hat.

• Ökumenisches Lernen und solidarisches Handeln: Diesem Aspekt dienen einerseits die Weltgebetstagsarbeit, andererseits das exemplarische Engagement in den internationalen Projekten des Frauenwerks: in Kooperation mit dem Evangelischen Missionswerk in Niedersachsen (ELM) engagiert sich das Frauenwerk seit 2001 für das Projekt „TWEED - Trust for Women Empowerment and Economic Development“, einem Minikredit-Programm zur Stärkung von Frauen durch Ausbildung und wirtschaftliche Entwicklung in Tamil-Nadu/ Südindien, dessen 10-jähriges Jubiläum im Jahr 2011 gemeinsam in Indien gefeiert wurde; sowie für verschiedene Projekte der Frauenarbeit der Partnerkirche in Äthiopien (Ethiopian Evangelical Church Mekane Yesus, EECMY).

Engagement für die Bewahrung der Schöpfung

Vorträge und Seminarangebote zu den Folgen von Klimawandel und Ressourcenknappheit und den Herausforderungen für das eigene Konsumverhalten. Am Beispiel alltagsethischer Fragestellungen wie z.B. der täglichen Ernährung werden diese Zusammenhänge und Handlungsalternativen beleuchtet.

Ausgewählte Großveranstaltungen und Events

„Tag für Frauen“ (jeweils am 2. Samstag im September)

  • 2007 „Neugierig auf Begegnungen - Frauen in der weltweiten Ökumene“ Referentin: Martina Helmer-Pham Xuan
  • 2008 „Abenteuer Deutschland - Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit und Friede“ Referentin: PD Dr. Klara Butting
  • 2009 „Der Name Gottes als Zufluchtsort“ Referentin: PD Dr. Magdalene L. Frettlöh
  • 2010 „Heimweh ist Fernweh ist Heimweh“ Referentin: Dr. Martina Kreidler-Kos in der Michaeliskirche in Hildesheim
  • 2012 „Leben im Gleichgewicht; Work-Life-Balance“ Referentin: Dr. Anke Schrupp
  • 2013 „Auf die Plätze, fertig, reformiert…“ Referentinnen: Prof. Dr. Annegret Böhmer, Dr. Ulrike Murmann
  • 2012 „Rosenstraße 76 – Aktionswochen gegen häusliche Gewalt“ (vgl. oben)
  • 2013 „Frauenmahl – Tischreden zur Zukunft von Kirche und Religion“: Thema „Respekt“ in der Marktkirche/Hannover, (Kooperation mit dem Netzwerk „Frauen in der Kirche“, die Feder-führung lag beim Frauenwerk)
  • 2013 Beteiligung beim Kongress „Kirche2
  • 2013 Beteiligung beim „Tag für Kirchenvorstände“