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Rückblick

Unselbständige Einrichtung

vergangen

Den Kirchlichen Entwicklungsdienst gibt es als unselbständige Einrichtung der Landeskirche Hannovers seit 2012. Die Ordnung wurde 2013 im Amtsblatt veröffentlicht. Bereits ab 2009 und 2010 arbeiteten im Haus am Kreuzkirchhof in Hannover sechs Personen. Es handelt sich um extern finanzierte Programmstellen, ehemalige MitarbeiterInnen aus dem Evangelisch Lutherischen Missionsdienst (ELM), dem Haus kichlicher Dienste (HkD) und der Evangelischen Studierenden Gemeinde (ESG) Hannover sowie neu eingestellte MitarbeiterInnen.
Anfang 2013 wurde das Arbeitsfeld Entwicklungsbezogene Bildung aus dem HkD in den KED überführt. Damit wurde der Prozess der Zusammenführung verschiedener Stellen am Standort Kreuzkirchhof abgerundet.

Der gesamte Prozess wurde kontinuierlich von einem Beirat begleitet. Den Vorsitz nimmt das zuständige Referat im Landeskirchenamt (LKA) wahr, was für die Absprachen auf der Arbeitsebene für die Leiterin der Einrichtung sehr hilfreich ist. Weiterhin gibt es kontinuierliche enge Kooperationen mit dem zuständigen Referat in der Braunschweigischen Landeskirche. Der Beirat ist besetzt mit dem/r Direktor/in des ELM, einem Superintendenten der Landeskirche Hannovers, dem Dekan der Philosophischen Fakultät der Leibniz Universität Hannover und einem Vertreter von Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst aus Berlin. Diese Besetzung hat sich bewährt.

Herausforderungen

Es gab unterschiedliche Herausforderungen im organisatorisch-strukturellen Bereich zu meistern. Das Haus am Kreuzkirchhof wird gemeinsam mit der ESG Hannover genutzt. Dort sind zwei Pastorinnen tätig und es gibt zwei studentische Wohngemeinschaften. Es wird also im Hause „gelebt“, es gibt Veranstaltungen des KED und der ESG und es handelt sich gleichzeitig auch um ein Bürohaus für acht MitarbeiterInnen. Eine gelungene und reizvolle Mischung aus Leben und Arbeiten, die eigene Herausforderungen mit sich bringt.

Post, Haustür öffnen, Verwaltung, Grünflächenpflege, Reparaturarbeiten im und am Haus, Material- und Aktenlagerung in den Kellerräumen in Ordnung halten, Müllentsorgung, Internet, Telefon, Kopierer – das klingt banal aber für alle diese Maßnahmen, für die es in Einrichtungen geordnete Dienste und Arbeitsabläufe gibt, mussten erst einmal Arbeitsabläufe eingerichtet werden.

Für die internen Arbeitsabläufe gibt es eine monatliche Hauskonferenz mit der ESG, die die rein organisatorischen Fragen der gemeinsamen Nutzung des Hauses regelt. Für die inhaltlich-konzeptionellen Absprachen, den Austausch und gemeinsame Planungen findet die monatliche KED-Besprechung statt.

Es wurde ein Geschäftsbesorgungsvertrag mit dem HkD abgeschlossen, der im Bereich Verwaltung, Personalwesen, Internet ausgesprochen hilfreich ist. Dennoch bleibt sehr viel an Organisationsarbeit bei der Mitarbeiterin im Sekretariat.

Finanzierung

Die Finanzierung der Arbeit geschieht nicht nur mit Mitteln der Landeskirche Hannovers. Die Landeskirche Braunschweig, mit der es eine enge Kooperation gibt, beteiligt sich an der Finanzierung. Darüber hinaus gibt es Zuwendungen von Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst für das STUBE-Programm und für das Programm „Weltwärts und zurück am Studienort“. Die Mittel für die Notfondsvergabe im Rahmen der Beratung für Ausländische Studierende kommen ebenfalls von Brot für die Welt. Weiterhin gab es eine bisher einmalige Förderung vom Land Niedersachsen und eine kontinuierliche vom Bistum Hildesheim.

Die Arbeit mit unterschiedlichen Zuschussgebern bedeutet für die Leitung und Geschäftsführung eine komplexe Führung der Haushalte, bietet aber für die inhaltliche Kooperation auch sehr gute Möglichkeiten.

Kooperationen

Da ist zum einen die intensive kontinuierliche Kooperation mit Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst zu nennen. Im Hinblick auf die inhaltliche Ebene gibt es den Austausch über Kampagnen, die Erfahrung in der regionalen Umsetzung und die Lobbyarbeit im Politikbereich (www.erlassjahr.de), aber auch in der innerkirchlichen Umsetzung (z.B. ökofaire Beschaffung). Im Hinblick auf die Förderung der Inlandsarbeit gibt es die Kooperation und den Austausch unter den KED-Beauftragen sowie den GeschäftsführerInnen der landeskirchlichen Ausschüsse. Hier geht es nicht nur um den Erfahrungsaustausch, welche Förderprogramme von Brot für die Welt in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit einer Landeskirche im Hinblick auf die Gemeinden und Kirchenkreise sinnvoll sind, sondern auch um Hinweise und Vorschläge bei den Programmlinien ggf. nachzubessern und anzupassen.

Zum anderen hing die Förderung des Landes Niedersachsen zusammen mit einem Projekt, das in 2011 durchgeführt wurde. Die Eröffnung der zuvor erstellten Wanderausstellung „Wegbereiter des Wandels - Junge Akademikerinnen und Akademiker aus Afrika, Asien und Lateinamerika“ fand im Landtagsgebäude in Hannover statt. Im Beisein von Parlamentariern, einzelnen Mitgliedern des Präsidiums, Gästen aus Ministerien und der Universität sowie aus dem Bereich der Landeskirche eröffnete der Landtagspräsident die Ausstellung.

Ein ehemaliger Teilnehmer des STUBE-Programms, der mittlerweile wieder im Herkunftsland tätig war, erläuterte, welche positiven Auswirkungen die STUBE-Seminare, der Austausch mit anderen Studierenden, die Vernetzung in diesem Kontext für seine persönliche Entwicklung gehabt haben. Und er machte beeindruckend deutlich, wie gut er mit dem Abstand des Auslandsstudiums die politische und soziale Situation in seinem Herkunftsland reflektieren konnte – und sich letztlich entschied, nach zehn Jahren in Deutschland wieder zurückzukehren.
Die Veranstaltung mit ihren Begegnungen zwischen den Internationalen Studierenden und den Parlamentariern war erfolgreich. Kurz darauf erhielt der KED den Beschluss der Regierungsfraktionen zu einer Förderung in 2012.

Synergieeffekte

Ziel der Zusammenführung im KED war und ist es, Synergieeffekte zwischen dem Begleitprogramm für Ausländische Studierende, der Beratung für Ausländische Studierende, der Arbeit mit den RückkehrerInnen aus dem Freiwilligendienst sowie der Entwicklungsbezogenen Bildung im Bereich der Konföderation zu erzielen.

Die Studierenden erfahren im KED eine besondere Aufmerksamkeit. Denn die internationalen AkademikerInnen gestalten nach Abschluss des Studiums die politische, soziale und ökologische Realität ihrer Herkunftsländer. Ob sie dies mit einer Arbeit als Arzt, Lehrer oder Richter dort machen oder ob sie als Arzt an einem niedersächsischen Krankenhaus sich für die Verbesserung der medizinischen Versorgung in ihrem Herkunftsland engagieren, ist dabei nicht entscheidend. Wichtig ist, dass die Zeit im Studium in Deutschland ihnen die Möglichkeit gibt, nicht nur fachlich gut ausgebildet zu werden, sondern auch in die Rolle eines mündigen und verantwortungsvollen Staatsbürgers zu wachsen und in diesem Rahmen Chancen für positive Veränderungen zu nutzen. Damit lässt sich Entwicklungspolitik in den Ländern selbst gestalten.

Vertiefung

Zur Vertiefung wurde in 2012 ein fünftägiges Trainingsprogramm aufgelegt unter Beteiligung von Parlamentariern, Kommunalpolitikern, NGO-Vertretern und einer kirchlichen Initiative. Im Herbst 2013 ist eine Exkursion mit Studierenden zum Deutschen Bundestag geplant, bei der es thematisch um die Chancen der Parlamentarischen Demokratie geht.
Die jungen AkademikerInnen aus Deutschland, die im Rahmen ihrer Auslandserfahrung ihre Mitverantwortung für globale Zusammenhänge entdecken und diese bei ihrer Rückkehr im Rahmen ihres Studiums und in einem ehrenamtlichen entwicklungspolitischen Engagement gestalten wollen, werden zukünftig politische, soziale und ökologische Verhältnisse in Europa gestalten. Für die entwicklungspolitische Bildung sind sie eine Investition in die Zukunft.

Beide Zielgruppen werden im Kontext unserer Veranstaltungen als KED beteiligt. Sie werden z.B. als Referenten für unsere KED-Infoabende gewonnen oder als Mitdiskutanten dazu gebeten. Es gibt sehr gute Gespräche und Begegnungen mit Menschen aus den Eine Welt-, Partnerschaftsgruppen und Weltläden der Kirchengemeinden und Kirchenkreise. Z.B. haben Frauen aus Indien, die in Deutschland studieren und leben, auf das Thema Gewalt gegen Frauen in Indien eine andere Sicht als die engagierten Frauen einer Partnerschaftsgruppe in Niedersachsen. Die Chance, diese unterschiedliche Sicht auf das Problem kennenzulernen, wahrzunehmen, den Austausch über die unterschiedlichen Sichtweisen und die Umgangsformen mit dem Problem zu führen und dabei die eigene Sicht zu überdenken, sie am Ende ggf. umso klarer im Bewusstsein zu haben, bieten die Veranstaltungen in dieser Konstellation im KED. Dies ist eine Praxis ökumenischen Lernens und interkultureller Begegnung, die dort stattfindet, ohne dass sie als solche pädagogisch inszeniert werden muss. Als Veranstalter ist sich der KED dessen bewusst und nutzt diese Chance.

Bei der Ausstellungssimulation „Der Hungerturm – Wege aus der Armutsfalle“, mit der der KED bei den Kirchentagen auf dem Markt der Möglichkeiten mitarbeitet, bietet er für die Studierenden eine Gelegenheit, sich entwicklungspolitisch mit einem umfassenden Thema in der Bildungsarbeit zeitlich befristet und überschaubar zu engagieren. Dadurch, dass in diesem Team auch erfahrene Mitarbeiter mitwirken, gibt es die Möglichkeit, für die Studenten von den Erfahrungen der Älteren zu profitieren. Mit dem „Hungerturm“ wurden bisher jeweils 1.400 bis 1.900 BesucherInnen erreicht – ein Einsatz, der sich lohnt.