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Rückblick

Landesjugendpfarramt

vergangen

Der Schülerinnen- und Schülerarbeit im Landesjugend- pfarramt stehen derzeit drei Referentenstellen im Landesjugendpfarramt zur Verfügung.

Die Referenten haben Schwerpunkte in der Arbeit mit speziellen Zielgruppen oder Schulformen und haben die Gesamtaufgabe der Schülerinnen- und Schülerarbeit im Blick: BBS und Sekundarbereich I unter Einbeziehung von Förderschulen in integrative Maßnahmen, Sekundarbereich I und Sekundarbereich II; sowie Grundschule (seit Juni 2013).

In den Beratungsangeboten werden alle Schulformen in den Blick genom- men. Die kooperative Arbeit mit Ganztagsschulen bietet die Chance, auch Kinder und Jugendliche zu erreichen, die sonst nur schwer oder gar nicht durch Arbeitsformen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erreicht werden. 

Kontakt zu Partnern

Die Evangelische Schülerinnen- und Schülerarbeit im Landesjugendpfarr- amt gehört zu den Bildungsträgern innerhalb der Landeskirche und stellt ihre Kompetenz Mitarbeitenden in Kirchenkreisen, Regionen und Gemeinden sowie in der Schule partnerschaftlich zur Verfügung.

Durch Teilnahme an entsprechenden Konferenzen wird der kontinuierliche Kontakt zu verschiedenen Partnern gehalten: Schulpastoren- und Schuldiakonenkonferenz, Beauftragte für Schulfragen in den Sprengeln, Weiterbildung Schulseelsorge, Jahreskonferenz der Berufsbildenden Schulen, Arbeitsgemeinschaft evangelischer Schülerinnen und Schülerarbeit etc.

Die Veranstaltungen der Schülerinnen- und Schülerarbeit sind fachlich und didaktisch verantwortet und werden pädagogisch kompetent geleitet. Kriterium für die Zusammenarbeit von Evangelischer Jugend und Schule sind die Erkennbarkeit der Evangelischen Jugend als Jugendverband und eine Form der Kooperation, welche die Partner in ihrer Eigenständigkeit gegenüber dem schulischen System ernst nimmt.

Die Kooperation muss im didaktischen Konzept bzw. dem Profil der Schule verankert sein, damit das Bildungsangebot im schulischen Bereich in einem klaren Rahmen gestaltet werden kann und Freiräume für außerschulisches Lernen bzw. jugendgemäße Freizeitaktivitäten im Schulalltag eröffnet werden können. Das Landesjugendpfarramt sieht die Herausforderung, in den Strukturen von Schule den Bildungsauftrag evangelischer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wahrzunehmen, nimmt diesen an und wirbt für eine Akzeptanz in der kirchlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Kooperation zwischen Jugendarbeit und Schule

Das Thema „Kooperation zwischen Jugendarbeit und Schule“ hat insgesamt auf breiter Ebene an Bedeutung gewonnen. Evangelische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wird dazu zunehmend angefragt.

Dabei sind die schulkooperativen Angebote z.B. der Evangelischen Jugend in das Konzept der Kirchengemeinde, der Region oder des Kirchenkreises eingebunden; sie sind Teil der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Gemeinde, Region oder Kirchenkreis. Ziel ist eine Wechselwirkung zwischen der Schule und der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Gemeinde/Region oder dem Kirchenkreis.

So ist die schulnahe Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zunehmend Teil der Grundstandards „Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“ der einzelnen Kirchenkreise.

Viele Kirchenkreise führen Schulgottesdienste zu den verschiedensten Anlässen unter ihrer schulkooperativen Arbeit auf. In der Fläche sind dies vor allem Gottesdienste zur Einschulung in Kooperation mit den örtlichen Kirchengemeinden. Hinzu kommen in wachsendem Maße Gottesdienste mit weiterführenden Schulen zum Wechsel in die Klasse 5. Auch Abiturgottesdienste finden in vielen Kirchenkreisen statt.

In manchen Kirchenkreisen gehören Schülergottesdienste zum festen Programm, die sich am Kirchenjahr orientieren: Advent, Passion, Ostern, Erntedank-, Reformations- oder Buß- und Bettag.

Förderung innovativer Projekte

Auf Beschluss der Landessynode werden seit 2006 in besonderer Weise innovative Projekte schulnaher Jugendarbeit durch die Landeskirche gefördert.

Inhalte und Kooperationspartner sind hier außerordentlich vielfältig: Theater und Musicals zu biblischen und lebensweltlichen Themen, Schülercafés und Hausaufgabenhilfe, Kinderbibeltage und kirchenpädagogische Angebote, Praktika in Kirche und Diakonie, Schuldnerberatung, Schülerseminare und Freizeiten. Neben Schulgottesdiensten werden so auch Einkehrtage in Klöstern gezielt gefördert. 

Schulseelsorge

Ein Bereich, der besondere Aufmerksamkeit verdient, ist die Schulseelsorge. Sie wird wahrgenommen durch Schulpastorinnen und Schulpastoren sowie Schuldiakone und Schuldiakoninnen.

Neben ihren Unterrichtsaufträgen im Fach Evangelische Religion nehmen sie ein breites Band von Aufgaben an ihren Schulen wahr: Schulgottesdienste und schulkooperative Projekte in den Kirchenkreisen, Beteiligung an schulischen Projekttagen und die Seelsorge an Schülerinnen und Schülern.

Insbesondere in Notfällen und im Bereich der Trauerarbeit werden die kirchlichen Kräfte in der Schule als wichtige Ansprechpartner und Experten für den Umgang mit schulischen Krisen in Anspruch genommen.

Dies gilt ebenso für die Religionslehrkräfte, die sich zu Schulseelsorgern und Schulseelsorgerinnen ausbilden lassen. Seit 2009 haben über 120 Lehrkräfte diese Fortbildung absolviert, die das RPI Loccum in Zusammenarbeit mit systemisch ausgebildeten Schulpastoren durchführt. In fünf Modulen lernen die Lehrerinnen und Lehrer Techniken systemischer Beratung kennen, sie beschäftigen sich mit jugendlichen Lebensthemen, Seelsorge in Notfällen und Krisen und der liturgischen Gestaltung schulischer Anlässe. Sie unterziehen sich zehn Stunden Supervision und schließen ihre Ausbildung mit einer Projektarbeit ab.

Mit der landeskirchlichen Ordnung für Schulseelsorge vom Mai 2013 ist die Grundlage gelegt für eine spezifische Beauftragung dieser ehrenamtlichen tätigen Lehrkräfte. Ein erster Beauftragungsgottesdienst ist für Juli 2014 geplant. 

Tage der Orientierung

Seit 2007 finden Tage zur Orientierung (TzO) insbesondere mit Schülerinnen und Schülern von 10. Klassen aller Schulformen in der Regel in Kooperation mit evangelischer Jugendarbeit vor Ort in verschiedenen Kirchenkreisen statt.

Die inhaltliche Ausrichtung auf dem Umgang mit Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler hat sich ebenso bewährt wie der Morgenimpuls und die Nachtgedanken. Der Ansatz Schülerinnen und Schüler aller Schulformen zusammen zu bringen, lässt sich nur eingeschränkt verwirklichen.

Am Beispiel der Tage zur Orientierung zeigt sich: Die Anforderungen an Ehrenamtliche in der Schülerinnen- und Schülerarbeit steigen im Hinblick auf bestimmte Schulformen, insbesondere Berufsbildende Schulen und Oberschulen. Das Zutrauen, Maßnahmen allein durchzuführen, besteht kaum. Dies setzt deutliche Grenzen in der Quantität der Maßnahmen. Neue Mitarbeitende zu gewinnen ist bisher kaum gelungen.

Zudem verändert sich das Engagementsverhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Unterschiedliche Faktoren tragen dazu bei, dass persönliche Freiräume nicht mehr so stark und so häufig für ein ehrenamtliches Engagement genutzt werden. In der Schülerinnen- und Schülerarbeit zeigt dies Auswirkungen in der Beteiligung an der Leitung von Maßnahmen: viele Klassentagungen und Seminare können nur noch minimal oder gar nicht mehr mit ehrenamtlichen Teams besetzt werden.

Dies führt zu einer Veränderung der Vorzeichen, denen sich die Schülerinnen- und Schülerarbeit über viele Jahre verschrieben hat: Jugendarbeit durch ehrenamtlich tätige Jugendliche bzw. junge Erwachsene mit gestalten zu lassen.

Dieses Prinzip wird sich künftig nicht mehr auf alle Maßnahmen der Ev. Schülerinnen- und Schülerarbeit anwenden lassen. Auch die Selbstverständlichkeit von Vor- oder Nachbereitungstreffen, die der Evaluation und Weiterentwicklung von Angeboten dienen kann, können nicht mehr als Automatismus eingeplant werden. 

Loccumer Tagungen

Seit 2000 veranstaltet die Evangelische Akademie Loccum spezielle Tagungen für Schülerinnen und Schüler, die sich in der Regel an Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe richten.

In einem außerschulischen Rahmen werden den Schülerinnen und Schüler an der Akademie Zugänge zu wichtigen gesellschaftlichen Diskursen eröffnet, dabei orientieren sich die Schülertagungen an relevanten Zukunftsfragen. Ethische und gesellschaftliche Probleme stehen dabei im Vordergrund. Dialog, das Überschreiten des eigenen - auch konfessionellen - Kontextes, Sachorientierung, die Bestimmung von Dissens- und Konsenslinien, Vermittlung und Vernetzung bilden dabei wichtige Eckpunkte.

Dabei werden in der Sache kompetente, engagierte Fachleute aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft mit einbezogen, um wichtige Impulse für junge Menschen geben, sich mit ethischen Fragen auseinander zu setzen und zu engagieren.