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Bibelgesellschaften

Regional und historisch gewachsen

grundtext

  

Fünf regionale, historisch gewachsene und selbstständige Bibelgesellschaften sind auf dem Gebiet der Hannoverschen Landeskirche ansässig:

  • Hannoversche Bibelgesellschaft e.V.
  • Göttinger Bibelgesellschaft e.V.
  • Osnabrücker Bibelgesellschaft
  • Ostfriesische Bibelgesellschaft e.V.
  •  Stader Bibel- und Missionsgesellschaft e.V.  

Zwischen 1814 und 1832 auf Initiative der »British and Foreign Bible Society« im Königreich Hannover gegründet, sind diese Bibelgesellschaften bis zum heutigen Tag gegenüber der Landeskirche unabhängig. Als „eingetragene Vereine“ (die Osnabrücker Bibelgesellschaft ist eine „unselbstständige Einrichtung“ des Kirchenkreises Osnabrück) verwalten und finanzieren sie sich selbst durch Spenden, Buchverkäufe, Vorträge, Seminare, Ausstellungen und Studienreisen. Für die inhaltliche Ausrichtung ihrer Arbeit, die von zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen getragen wird, sind die Mitgliederversammlung und der Vorstand verantwortlich.

Das gemeinsame identitätsstiftende Moment der Gründerjahre, die Bibel zu erschwinglichen Preisen unter das Volk zu bringen („Bibeln für die Armen“), hat in der Gegenwart weitestgehend seine Bedeutung verloren. Die Ursache liegt zum einen im Buchpreisbindungsgesetz (2002), das einen Preisnachlass für Bibeln nicht mehr zulässt, zum anderen in der erfreulichen Tatsache, dass die Bibel heutzutage flächendeckend anzutreffen ist.

Von hier aus haben die Bibelgesellschaften zu ihrem neuen Auftrag der Bibelvermittlung und –erschließung gefunden: In ihren Veranstaltungen versuchen sie das „Vielstimmenbuch“ (Kurt Marti) so ins Gespräch zu bringen, dass Menschen sich mit ihren Lebensfragen darin wiederfinden und die in ihm niedergeschriebenen Antworten des Glaubens auch für sich „wahrnehmen“ können. An die Stelle der materialen Verbreitung der Bibel ist so eine christlich-religiöse Bildungsaufgabe getreten, in deren Zentrum die Bibel steht.