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Gottesdienste - Herzstück kirchlichen Lebens

Herzstück kirchlichen Lebens

grundtext

Der Gottesdienst stellt nach evangelisch-lutherischem Verständnis das Herzstück kirchlichen Lebens dar. Hier geschieht das, was nach unserem Bekenntnis die Kirche ausmacht: Kirche ist „die Versammlung aller Gläubigen, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden“ (Augsburger Bekenntnis, Art. 7).

Das gottesdienstliche Leben in der Landeskirche geschieht in der Spannung zwischen der Wertschätzung und Bewahrung traditioneller Formen und dem Wunsch nach Innovation. Dies gilt für die liturgische Gestaltung (zum Beispiel die Sprache der Gebete) ebenso wie für die Musik im Gottesdienst. Die gottesdienstliche Praxis der Landeskirche steht vor der Herausforderung, einerseits das Traditionelle nicht zu lassen und andererseits Neues zu wagen. Hinzu kommt das Bewusstsein abnehmender Personalressourcen im Bereich der Ordinierten und der haupt- und nebenamtlichen Kirchenmusiker/ -innen. Dabei greift langsam die Erkenntnis Raum, dass der agendarische Gottesdienst nur noch einen Teil der gesellschaftlichen Milieus und Altersgruppen erreicht.

Die Rezeption des Evangelischen Gottesdienstbuches (EGb) von 1999 (Einführung 2000) mit seinen Möglichkeiten bleibt weiterhin eine Aufgabe der Gemeinden und Einrichtungen. Die Möglichkeiten des EGb werden noch nicht ausgeschöpft.

Dankbarkeit besteht angesichts des Willens der Landeskirche, mit dem Michaeliskloster Hildesheim ein Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik vorzuhalten, in dem der Gottesdienst in seinen vielfältigen Gestalten und Bezügen Unterstützung erfährt – theoretisch und praktisch, in Aus- und Fortbildung.

Bei der Auswertung der Grundstandards der Kirchenkreise zum Thema „Verkündigung“ ist deutlich geworden, dass der Gottesdienst weiterhin als zentrale, ja als Herzensangelegenheit verstanden wird. Gemeinden und Kir- chenkreise spüren Unbehagen und sehen Handlungsbedarf in Bezug auf Qualität, Art und Rhythmus des Gottesdienstes.