kopf

Rückblick

Strukturwandel

vergangen

Im Berichtszeitraum hat sich der KDL mit den agrarsozialen und gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandergesetzt, von denen nicht nur die in der Landwirtschaft und den vor- und nachgelagerten Bereichen tätigen Menschen betroffen waren, sondern auch die in den Kommunen und Kirchengemeinden lebenden und handelnden Menschen.

Dazu gehört z.B. die Beschleunigung des Strukturwandels in der Landwirtschaft mit seinen psychosozialen Auswirkungen auf die bäuerlichen Familien und das Zusammenleben in den Dörfern. Der mögliche Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft, die landwirtschaftliche Nutztierhaltung und die Bioenergiegewinnung durch nachwachsende Rohstoffe, haben die Diskussionen dabei ganz besonders bestimmt. Zu diesen drei Bereichen hat die 24. Landessynode sich mit den Aktenstücken Nr. 62, Nr. 86 und Nr. 115 zu Wort gemeldet. Der KDL konnte dem dafür zuständigen Umwelt- und Bauausschuss zuarbeiten.

Beratung

Agrarstrukturelle und agrarsoziale Fragen nach einer regionalen und globalen nachhaltigen landwirtschaftlichen Struktur schlagen bis in die kirchengemeindliche Praxis durch. Sie sind so komplex, dass die Beratung durch den KDL stetig angefragt wurde. In allen Fällen geht es neben der Information und Beratung aber auch um Seelsorge oder konkrete Hilfe im Einzelfall. Der KDL ist in die Diskussionen einbezogen und hat dafür spezielle Kompetenzen erworben.

Besonders im Bereich der Auseinandersetzung um die Landwirtschaftliche Nutztierhaltung ist der KDL herausgefordert gewesen und diese Herausforderung hält noch an. Er hat Nutztierhaltung ethisch-theologisch betrachtet und daraus Konsequenzen und Forderungen für die landwirtschaftliche Praxis, die Politik, Gesellschaft und Verbraucher formuliert. Ein Leitgedanke ist, die Mensch-Tier-Beziehung im christlichen Verständnis neu zu akzentuieren und familiengebundene Landwirtschaft vor industrialisierten Strukturen zu fördern. Ein entsprechendes Themenheft ist nun in zweiter Auflage erschie- nen und hat EKD-weit Beachtung gefunden und das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat den KDL zur Mitarbeit in den Nds. Tierschutzplan und den Tierschutzbeirat berufen.

Landwirtschaftsfamilien

Der KDL kümmert sich verstärkt um Landwirtsfamilien, die durch Krisen und Umstrukturierung betroffen sind und die zudem nicht selten unter den Veränderungen in den eher traditionell geprägten ländlichen Räumen leiden, weil sie u.a. durch Höfesterben, Strukturwandel, Zuzug und Abwanderung einen Identitätsverlust erleiden.

Durch die Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftlichen Sorgentelefonen Rastede und Bahrendorf und der Landwirtschaftlichen Familienberatung in Oesede wurde deutlich, das auf dem Gebiet der Landeskirche eine Evangelische Landwirtschaftliche Familienberatung fehlt. Der KDL hat dafür in den letzten Jahren ein Konzept entwickelt und konnte diese Beratung (ELF) einrichten, die mit begleiteten, aus landwirtschaftlichen Kontexten stammen- den, ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihre Arbeit aufgenommen hat.

Beitrag zur Entwicklung des dörflichen Gemeinwesens

Die Aufgabe des KDL ist es, möglichst praktisch die Frage zu beantworten, welchen Beitrag Kirche zur Entwicklung der dörflichen Gemeinwesen leisten kann und wie Kirche sich selbst in den ländlichen Räumen entwickelt. Der demographische Wandel und die sich verändernden oder vorhandenen Ressourcen spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Christlicher Glaube kann dabei helfen, den demographischen Wandel als Herausforderung zur Gestaltung zu verstehen. So motiviert und berät der KDL Dorfgemeinschaften und Kirche auf dem Land, Ziele der Dorf- und Landentwicklung und der Kirche miteinander zu entwickeln und zu gestalten. Eine Kirche, die „im Dorf bleiben soll“, kann dies nur, wenn die Menschen auf dem Land bleiben können. Das verschiebt kirchliche Handlungsoptionen hin zur kirchlichen Mitwirkung an der Lebensqualität der Menschen im ländlichen Raum.

Der KDL ist ein Arbeitsfeld im Fachbereich 6 „Kirche.Wirtschaft.Arbeitswelt“ des Hauses kirchlicher Dienste (HkD). Diese Einordnung hat zu einer sehr guten und erfolgreichen Vernetzung mit den anderen Arbeitsfeldern geführt - insbesondere mit dem Arbeitsfeld Umweltschutz und dem Umweltbeauftragten der Landeskirche.