Von Orgelreisen bis Gospel zum Mitsingen

Nachricht Bremerhaven/Elbe-Weser-Raum., 19. April 2022

Die Landeskirche Hannovers will mit neuem Festival die Vielfalt der Kirchenmusik feiern

Im Frühjahr dieses Jahres feiert ein neues Musikfestival in Niedersachsen Premiere: die Weserfestspiele. Vom 14. Mai bis zum 6. Juni 2022 sind rund 100 kirchenmusikalische Veranstaltungen zwischen Hann. Münden und Bremerhaven geplant. Die Idee: Die Weserfestspiele möchten Menschen aller Generationen für die Vielfalt der Kirchenmusik begeistern.

Hinter dem Festival steht die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers. „Die vergangenen zwei Jahre waren schwierig für die Kirchenmusik, denn sie lebt ja von der Gemeinschaft und dem Miteinander“, sagt die Projektleiterin Silke Lindenschmidt. Laut Lindenschmidt erwartet die Besucher und Besucherinnen ein vielfältiges Programm, das sich sowohl an Kirchenmusikbegeisterte und Kulturliebhaber richtet als auch an Neugierige, die bislang wenig mit Kirchenmusik zu tun haben. Die Weserfestspiele bieten besondere Konzerte und Musikgottesdienste, musikalische Radtouren, interaktive Klanginstallationen, Mitmachaktionen und viele weitere Veranstaltungen in Kirchen und Klöstern, im Grünen und am Wasser, die von den Kirchenmusikern und -musikerinnen vor Ort gestaltet werden.

Von Bremerhaven über Bad Bederkesa bis Dorum erklingt Kirchenmusik aus über 500 Jahren. Besucherinnen und Besucher erleben das kirchenmusikalische Spektrum von der Gregorianik bis zum Gospel. In St. Katharinen in Misselwarden präsentiert das Ensemble „5 Zylinder 5 Takt“ ein A-cappella-Konzert. In St. Jacobi in Bad Bederkesa erklingt Felix Mendelssohn Bartholdys „Lobgesang“ und die international erfolgreiche Nachwuchsorganistin Laura Schlappa spielt in einem Gesprächskonzert ihre Lieblingsstücke. Im Himmelfahrtsgottesdienst in der Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche kommt ein Orgelzyklus von O. Messiaen zur Aufführung.

Szenisches Chorkonzert beleuchtet die Konsequenzen der Corona-Pandemie

Auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie thematisiert das Festival. Für das szenische Chorkonzert „Solange ich atme“ am 14. und 15. Mai in der Christuskirche Bremerhaven haben das Performancekollektiv Frl. Wunder AG und der Komponist Volker Sondermann aus zahlreichen Interviews mit Chorsängerinnen und -sängern ein abendfüllendes Stück entwickelt, das Kreiskantorin Eva Schad mit dem Performancekollektiv und einem Projektchor zur Uraufführung bringen wird. „Wir sind immer noch da“, so die Botschaft des ungewöhnlichen Projektes.

Besucher des Festivals können sich an vielen Stellen musikalisch ausprobieren. „Wir möchten dazu einladen, zu erleben, wie bereichernd und inspirierend das Singen und Spielen in Gemeinschaft sein kann“, sagt Silke Lindenschmidt von der Landeskirche. So steht in Bremerhaven eine Bachkantate zum Mitsingen ebenso auf dem Programm wie ein offenes Gospelsingen mit anschließendem Musikgottesdienst. Das Kloster Neuenwalde bietet eine Einführung in die Gregorianik. als Vorbereitung auf das Konzert „Medieval Europe meets Japan“ in Dorum.

Die große Abschlussveranstaltung der Weserfestspiele bildet eine Bläserserenade am Hafen mit Posaunenchören aus der gesamten Landeskirche Hannovers am 6. Juni in Bremerhaven.

Das komplette Programm und Tickets gibt es unter www.weserfestspiele.de

Landesbischof Ralf Meister, Schirmherr der WESERFESTSPIELE: „Kirchenmusik und Kultur kommt auch in dieser Zeit eine große Bedeutung zu. Musik kann Trost spenden, uns aktivieren, Hoffnung machen, Kreativität freisetzen und Gemeinschaft vermitteln. Das wollen wir mit den WESERFESTSPIELEN 2022 weit verbreiten.“

Susann Grünert, Weserfestspiele