Vom Finanzbeamten zum Männer-Seelsorger

Nachricht 08. Mai 2014

Diakon Bernhard Noormann wird am Samstag, 24. Mai in Emden verabschiedet

„Hier arbeitet man mit Akten, da mit Menschen“. So begründete 1979 der Finanzbeamte Bernhard Noormann gegenüber seinem Chef im Finanzamt Emden, warum er dessen Haus verlässt, um nach einem Studium Diakon in der evangelischen Kirche zu werden. Und als solcher wirkte der Emder dann 35 Jahre, zuletzt in der Männerarbeit der evangelischen Sprengel Ostfriesland-Ems und Osnabrück. Nun wird er in einem Gottesdienst am Samstag, 24. Mai, von den beiden Landessuperintendenten Dr. Detlef Klahr und Dr. Burghard Krause gemeinsam verabschiedet. Die Feier beginnt um 14 Uhr in der Martin-Luther-Kirche, Bollwerkstr. 9, in Emden. Die Entpflichtung im Gottesdienst übernimmt der Osnabrücker Regionalbischof Krause, die Predigt hält sein Kollege Klahr.
 
Diplom-Religionspädagoge Noormann wirkte 10 Jahre in der Kinder- und Jugendarbeit dieser Gemeinde. Dann wurde er im Lutherstift Falkenburg gefragt, ob er „Berufsjugendlicher“ bleiben wolle oder ob ihn die Männerarbeit interessiere. So wechselte er 1989 in dieses Arbeitsfeld der beiden Sprengel, zunächst 10 Jahre von Osnabrück aus, dann 10 Jahre von Aurich aus und die letzten 5 Jahre von seinem Privathaus in Emden aus. So kann Noormann, was ungewöhnlich für einen Diakon ist, sozusagen in Hausschuhen zur Arbeit in sein Büro gehen. Vor allem ist er aber fast jeden Abend unterwegs, um Männerkreise zu besuchen und mit dieser - für die Kirche ungewöhnlichen - Zielgruppe über das Jahresthema oder viele andere Themen zu sprechen. So kennen ihnen viele Männer von der Hase bis zur Ems, von den Inseln bis zum Teutoburger Wald. 1990 organisierte der Referent im Haus kirchlicher Dienste das erste Männerfrühstück in Emden, das inzwischen in der ganzen Landeskirche zu einem etablierten „Format“ geworden ist: Bis heute treffen sich 35 bis 50 Männer zum Frühstück und einem Referat viermal im Jahr in Emden.
 
Der rührige Diakon leitete Seminare, Freizeiten und auch Vater-Kind-Wochenenden, oft im Bildungszentrum Potshausen. Der Vater zweier Kinder und Großvater dreier Enkel pilgerte und kochte mit Männern und unternahm Ausflüge und Fahrradtouren. „Männer ticken anders als Frauen; wenn sie unter sich sind, kommen sie anders in Gespräch“. Viele haben ihm auch ihre Sorgen anvertraut. „Männer sind offener geworden“, stellt der noch 64-Jährige im jahrelangen Vergleich fest. Der Landespastor für Männerarbeit Henning Busse meint: „Ein so verlässlicher Begleiter, wie es Bernhard Noormann für die Männer war, hinterlässt eine große Lücke. Die Männerarbeit wird seine große Kompetenz, Kreativität und seinen enormen Einsatz für die Männer in den Gemeinden vermissen.“
 
Direkt vor dem Verabschiedungsgottesdienst kommen über 40 Männer nochmal mit ihm zu einem Männertag zum Thema „Seehafenstadt Emden entdecken“ im repräsentativen Saal „Rummel“ des Rathauses und im Anschluss zu einer Hafenrundfahrt zusammen. Nach dem Gottesdienst gibt es einen Empfang im benachbarten Gemeindehaus. Am Tag nach dem Gottesdienst wird Noormann 65 Jahre alt.
 
Das Haus kirchlicher Dienste unterstützt und ergänzt als übergemeindliche Einrichtung die Arbeit der Kirchengemeinden in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Aktuelle Themen und Fragestellungen werden hier aufgegriffen und zentral bearbeitet, so dass die Inhalte für die kirchliche Arbeit vor Ort zur Verfügung stehen. Zu den wesentlichen Aufgaben der Referentinnen und Referenten gehören die Entwicklung und Bereitstellung von Materialien, die Weiterbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen, die individuelle Beratung sowie der inner- und außerkirchliche Dialog.
Schulz-Achelis 09.05.2014