Ordination – Krone des Lebens?

Nachricht 14. Februar 2014

Pastorinnen, die in den Kirchenkreisen des Osnabrücker Landes tätig waren, die es aktuell sind oder es in Zukunft vielleicht sein werden, sind eingeladen zu einem Fest mit Gottesdienst und Frauenmahl am Freitag, den 4. Juli 2014 von 16.30 bis 21.30 Uhr in Bad Rothenfelde.

 
Veranstalter ist der Ev.-luth. Kirchenkreisverband Osnabrück-Stadt und –Land. Die Einladung der drei Superintendenten Hentschel, Pannen und Loos wird an rund 70 Pastorinnen, Vikarinnen und Theologiestudentinnen ergehen. In der Vorbereitungsgruppe, die unter Leitung von Diakoniepastorin Doris Schmidtke arbeitet, sind aus den drei Kirchenkreisen des Osnabrücker Landes je eine Berufsanfängerin und eine Pastorin mit langer Berufserfahrung vertreten, nämlich Pastorin Birgit Averbeck und Pastorin Angelika von Clausewitz aus dem Kirchenkreis Bramsche, Pastorin Gesine Jacobskötter und Vikarin Michaela Jannasch aus dem Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte und Pastorin Ulrike Wackerbarth und Pastorin Julie Danckwerts aus dem Kirchenkreis Osnabrück.
 
Warum das Motto „Ordination – Krone des Lebens?“
Die Erfahrungen der ersten Theologinnen, die lange und beharrlich für das Ordinationsrecht kämpfen mussten und sich nicht durch frauenfeindliche Äußerungen („Heiratet das Zeug doch weg“) entmutigen ließen, spiegeln sich in dem Spruch: „Hinfallen – Aufstehen – Krone richten – Weitergehen“. Auch das Pastorinnengesetz von 1964, dessen Jubiläum nun gefeiert wird, gewährte noch nicht die völlige Gleichstellung der Frauen im Amt. Bevor sie ein Gemeindepfarramt übernehmen konnten, mussten sie sich fünf Jahre lang in einem Sonderpfarramt bewähren. Und auch dann konnten sie nur in eine Gemeinde gehen, in der es noch mindestens einen männlichen Kollegen gab. Dass sie eventuelle Heiratsabsichten dem Landeskirchenamt mitteilen musste, mag man noch verstehen, dass aber mit der Eheschließung das Dienstverhältnis endete, löste schon damals Empörung aus und war nicht mehr lange zu halten. Bereits nach fünf Jahren, 1969, wurde die Zölibatsklausel gestrichen.
 
 
Der Bibelvers „Sei getreu bis in den Tod, so will ich Dir die Krone des Lebens geben“ wird das Geleitwort für den Gottesdienst sein. Treue und Beharrlichkeit zeichnet all die Frauen aus, die lange Wartezeiten zwischen den Ausbildungsgängen und als Kandidatinnen des Predigtamtes bestehen mussten.
 
Das Fest findet in Bad Rothenfelde im Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte statt, weil hier mit Vikarin Elisabeth Schneemelcher ab November 1947 vermutlich die erste Frau im Osnabrücker Land mit geistlichen Aufgaben betraut wurde.
 
Im Gottesdienst wird beispielhaft an das Wirken von Pastorin Schneemelcher sowie von Pastorin Ursula Heintke aus Berge und von Landessuperintendentin Doris Janssen-Reschke aus Osnabrück erinnert werden. Aber auch die Visionen junger Theologinnen zur eigenen beruflichen Zukunft und zur Zukunft der Kirche sollen zur Sprache kommen. Die Predigt wird Pastorin Johanna Schröder aus Syke halten. Sie ist die Vorsitzende des Konventes Evangelischer Theologinnen in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers.
 
Das Zusammensein nach dem Gottesdienst wird in Anlehnung an die Form des Frauenmahles gestaltet werden, d.h. mit Tischreden zwischen den Gängen. Die Begrüßung erfolgt durch Superintendent Wolfgang Loos als Vorsitzender des Ev.-luth. Kirchenkreisverbandes Osnabrück-Stadt und –Land. Oberkirchenrätin Dr. Heike Köhler aus Hannover wird über die Geschichte der Frauenordination berichten. Auch aus der Runde der eingeladenen Pastorinnen wird es Beiträge geben über ihre Erfahrungen im Osnabrücker Land.
  
               Doris Schmidtke
            Superintendentin a.D.
Diakoniepastorin im Osnabrücker Land

Doris Scjmidtke, Superindentin a.D.