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Notfallseelsorge

Notfallseelsorge
Notfallseelsorger sind rund um die Uhr im Einsatz. Foto: Martin Dove

„Plötzlich und unerwartet …“ ist in manchen Todesanzeigen zu lesen.
Dahinter verbirgt sich immer ein schwerer Schicksalsschlag für die betroffenen Angehörigen und Hinterbliebenen: Jemand ist zuhause verstorben, ein schwerer Verkehrsunfall hat jemanden zu Tode kommen lassen, ein Mensch hat sich aus Verzweiflung das Leben genommen, ein Kind ist auf unerklärliche Weise gestorben.
In solchen Ausnahmesituationen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Notfallseelsorge den Betroffenen zur Seite.
Solch ein System der Notfallseelsorge gibt es auch im ev.-luth. Sprengel Osnabrück. In jedem der derzeit sechs Kirchenkreise des Sprengels, Bramsche, Diepholz, Georgsmarienhütte, Melle, Stadt Osnabrück und Syke-Hoya, wird die Notfallseelsorge in ökumenischer Verantwortung, durch die evangelische und katholische Kirche, angeboten.
Alarmiert wird die Notfallseelsorge ausschließlich von den Leitstellen der Feuerwehren und Rettungsdienste, Stadt und Landkreis Osnabrück und Landkreis Diepholz.
Die Notfallseelsorge wird in der Regel alarmiert bei:

  • Todesfällen im häuslichen Bereich
  • der Überbringung einer Todesnachricht (gemeinsam mit der Polizei)
  • Tod und schweren Verletzungen von Kindern
  • Unfällen auf der Straße
  • Bränden
  • Suizid
  • Gewaltverbrechen

Notfallseelsorge ist „Hilfe für die Seele“ in einer Situation, in der für die Menschen nichts mehr so ist, wie vorher. Sie ist „Bestandteil des Seelsorgeauftrags der Kirchen und ist in ihrem Grundsatz ökumenisch ausgerichtet.“ (Hamburger Thesen zur NFS, 2007)
Pastorinnen und Pastoren, Pfarrerinnen und Pfarrer, Diakoninnen und Diakone sowie gut ausgebildete ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verrichten diesen wichtigen Dienst, der sich immer als Ergänzung zur Gemeindeseelsorge versteht. Wenn die Notfallseelsorge alarmiert wird, wird sie daher zunächst versuchen, das zuständige evangelische oder katholische Gemeindepfarramt zu erreichen.
Kommen die Notfallseelsorgerinnen und –seelsorger selbst zum Einsatz, so bleibt ihr Auftrag klar definiert: Es geht um die Begleitung in einer akuten „Krisensituation“, um die Stabilisierung und Erstbegleitung von Angehörigen, Zeugen, Unfallopfern, usw.
Die weitergehende Betreuung wird dann abgegeben an die Pfarrämter und Lebensberatungsstellen vor Ort, bei Bedarf wird darüberhinaus geholfen, Ansprechpartner für weitere therapeutische Maßnahmen zu finden. So ist die Notfallseelsorge eingebettet in ein Netzwerk von kirchlichen und weltlichen Beratungsstellen, auf deren Ressourcen sie zurückgreifen kann.
Ebenfalls wird die Notfallseelsorge von der Leitstelle alarmiert bei größeren Schadensfällen. Hier arbeitet sie mit den anderen Anbietern von PSNV (Psychosoziale Notfallversorgung) der Hilfsorganisationen eng zusammen.
Weitere Arbeitsfelder von Notfallseelsorgerinnen und –seelsorgern sind die Seelsorge und die Einsatznachsorge für Einsatzkräfte nach einem belastenden Einsatz. Diese Arbeitsgebiete gehen jedoch über eine Akutbegleitung hinaus und werden nur von denjenigen wahrgenommen, die in diesem Bereich besondere Kompetenzen erworben haben.
Notfallseelsorge ist ein Dienst der Kirche in unserer Gesellschaft. Ihre diakonische Ausprägung und Grundhaltung orientiert sich am Beispiel des „barmherzigen Samariters“ bzw. an Jesu „Werken der Barmherzigkeit“. ( Text Wittchen/Jäger)