Neu im Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt

Nachricht 05. Februar 2020

Am Sonntag, 9. Februar führte Regionalbischöfin Dr. Birgit Klostermeier Benjamin Sadler als neuen Referenten für den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) ein. Das Evangelium für diesen Sonntag hätte nicht besser passen können: Matthäus 20, das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Benjamin Sadler ist der neue Referent für den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt im Haus kirchlicher Dienste in Hannover. Da gehört die Frage nach dem gerechten Lohn quasi zur Arbeitsplatzbeschreibung. Das Gleichnis der Arbeiter im Weinberg sei verstörend, betonte Regionalbischöfin Dr. Birgit Klostermeier in ihrer Predigt. Weil Menschen Gerechtigkeit in der Regel im Zusammenhang mit Leistung bewerten. „Gottes Ökonomie, Gottes Gerechtigkeit ist anders“, so Klostermeier. Gott sehe den Menschen unabhängig von Leistung. Deshalb stelle das Gleichnis unsere Ordnung infrage. Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt habe genau diese Aufgabe, sagte die Regionalbischöfin: Die Idee von der Gerechtigkeit Gottes in der Welt zur Sprache zu bringen, da, wo Menschen arbeiten. Die Einführung von Benjamin Sadler fand im Rahmen des Gemeindegottesdienstes in St. Marien statt. Sadler ist dort Gemeindemitglied.

Sadler ist seit 1. Oktober 2019 Referent im Haus kirchlicher Dienste (HkD) Hannover. Seinen Dienstsitz hat er in Osnabrück, da sein Arbeitsschwerpunkt in der Region Osnabrück liegt.

Der „Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt“ will den Menschen in den Veränderungsprozessen von Wirtschaft und Arbeitswelt gut begleiten. Dazu hat Sadler in den vergangenen Monaten Gespräche mit Vertretern der Gewerkschaften und anderen Arbeitnehmerorganisationen sowie den Verbänden der Arbeitgeber geführt. Thematisch will sich Sadler mit gemeinwohlorientierten Ansätzen befassen. „Die Wirtschaftsförderung 4.0. in Osnabrück ist ein deutschlandweit einzigartiges Projekt, das zu dem Thema gute Anknüpfungspunkte bietet“, betont er. “Interessant an der Region hier sind die Mittelständler, die lokal verankert sind und sich zugleich auf dem globalen Markt behaupten können“. Seine Aufgabe sieht Sadler darin, Kirche und Unternehmen besser zu vernetzen. Dabei können erprobte Formate des KDA hilfreich sein wie der Austausch von Auszubildenden in verschiedenen Branchen oder Betriebsbesichtigungen. „Es geht darum, den Horizont zwischen Kirche und Arbeitswelt wechselseitig zu erweitern, Einblicke zu gewähren und Verständnis zu schaffen“.

Zur Person: Benjamin Sadler tritt die Nachfolge von Pastorin Nicole Beckmann an, die im Herbst 2019 in das Dezernat Bildung in der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck wechselte. Mit dem 29-jährigen Sadler übernimmt erstmals ein Nicht-Theologe dieses Amt. Der gebürtige Braunschweiger hat Afrikanistik und Europa-studien in Leipzig und Chemnitz studiert. Er hat u.a. drei Jahre für die Fraktion
BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN im Stadtrat von Chemnitz gearbeitet und Erfahrungen im Büro des Beauftragten des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) in Brüssel gesammelt.

(Text und Foto: Brigitte Neuhaus, Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Osnabrück)

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