Was ist neu in der Kirchenverfassung?

Nachricht 15. Januar 2020

Zum 1.1.2020 ist in der ev.-luth. Landeskirche eine neue Kirchenverfassung in Kraft getreten. Sie löst die Verfassung aus dem Jahr 1965 ab, die an vielen Stellen nicht mehr die Wirklichkeit des kirchlichen Lebens und die Stellung in der Gesellschaft abbildete. 
Die Verfassung beschreibt in der Präambel das Selbstverständnis der Landeskirche und bildet die Grundlage für das kirchliche Leben mit seinen rund 2,5 Millionen Mitgliedern in 1.248 Gemeinden und 48 Kirchenkreisen. Wichtige Änderungen sind laut Matthias Kannengießer, Präsident der Landessynode, größere Gestaltungsspielräume für Gemeinden, mehr Beteiligungsmöglichkeiten in den Gremien für Jugendliche sowie mehr Mitwirkung von Kirchengemeinden und Kirchenkreisen bei wichtigen Entscheidungen innerhalb der Landeskirche. Die neue Verfassung betont den Öffentlichkeitsauftrag von Kirche, den Einsatz für Ökumene und Dialog mit anderen Relgionen und Weltanschauungen. Ausdrücklich (Art. 4) tritt sie "jeder Form von Judenfeindlichkeit entgegen". Die Verfassung betont zudem die gleichberechtigte Teilhabe am kirchlichen Leben und verschiedene Formen von Gemeinde als Ortsgemeinde (traditionell-räumlich definiert) oder Personalgemeinde (geistlich-thematisch orientiert). 

Die Verfassung war auf der Synode, dem Parlament der Kirche, im Mai 2019 nach rd. dreijährigen Beratungen einstimmig beschlossen und von jedem einzelnen Mitglied der Synode unterzeichnet worden. Über die neue Kirchenverfassung hatten mehrere Tausend Nutzer über die Internet-Plattform www.kirchenverfassung2020.de mit diskutiert. Die Verfassung sei "eine Zusammenfassung der besten Gedanken und Argumente aus unserer ganzen Kirche", so Präsident Kannegießer bei ihrer Verabschiedung.

(Öffentlichkeitsarbeit Sprengel Osnabrück)