Geschäftig wie ein Bienenkorb

Am Rande von Hannovers Innenstadt gackert und summt und bellt es heftig. Landesbischof Ralf Meister hält in seinem Garten ein Hühnerquartett, bietet Bienen eine Heimat und lässt Hunde in de r Kanzlei ein- und ausgehen.

Die uralte Frage nach der Henne und dem Ei bewegt Landesbischof Ralf Meister eher weniger, wenn er sich morgens sein Frühstücksei aus dem Garten seiner Kanzlei am hannoverschen Maschsee holt. „Ich freue mich einfach darüber, wie zutraulich die vier inzwischen geworden sind“, sagt der Theologe und nimmt zum Beweis eine der Hennen auf den Arm.

Sie gackert fröhlich vor sich hin. Als Sohn Tom in der elften Klasse eine Jahresarbeit zum Thema „Tierzucht und Tierwohl in Niedersachsen“ anfertigen musste, entschied dieser sich für das Projekt Hühnerstall. „Vom Entwurf bis zum Bau ist alles in Eigenregie entstanden“, sagt der stolze Vater und gibt zu, dass sowohl er als auch Kanzleimitarbeiter Thorsten Bollmann mit Rat und Tat zur Seite standen: „Als der Stall dann fertig war, mussten eben auch Hühner rein.“

Das Quartett stammt vom Lehr- und Forschungsgut der Tierärztlichen Hochschule Hannover, und die Geflügelhaltung ist ordnungsgemäß registriert. „Wir sind richtig glücklich mit ihnen. Sie haben keinerlei Krankheiten, noch nicht einmal Milben, die so verbreitet sind.“ Drei bis vier Eier legen sie pro Tag, und die ganze Familie kennt sich inzwischen mit Hühneraufzucht bestens aus. Während die beiden braunen noch inkognito zwischen den Grashalmen picken, waren für die zwei anderen schnell Namen gefunden. Khaled heißt die eine schneeweiße Henne – benannt nach einem Bekannten von Tochter Lotta aus ihrem Austauschjahr in Palästina.

Und Schneeweiß Nummer zwei hört auf den Namen einer Tante. Da es aber eine Bischöfin gibt, die genauso heißt, bleibt dieser ein Familiengeheimnis. Im Bischofsgarten am Rand der Innenstadt fühlen Tiere sich schon lange wohl. Meisters Vorvorgänger, der heutige Abt zu Loccum Horst Hirschler, brachte einst seine Dackelhündin Luccy – mit zwei „c“ wie in Loccum – mit und Vorgängerin Margot Käßmann erst Retriever-Hündin Lisa und später den Schäferhund-Husky- Mischling Ole. Dazu kamen noch die Hasen, Meerschweinchen und Hamster der vier Töchter.

Heute leistet der kleine weiße Bischofshund Mäxchen der Hühnerschar Gesellschaft. Er ist ein Coton de Tuléar, eine Hunderasse aus Madagaskar. Tagsüber bekommt er Gesellschaft von Tocto, dem Hund der Persönlichen Referentin des Landesbischofs. Neben Bienen, Hunden und Hühnern arbeitet das Team der Bischofskanzlei in der Haarstraße und unterstützt den Landesbischof. Die Leitung der Kanzlei liegt in den Händen von Pastorin Silvia Mustert als Persönliche Referentin des Landesbischofs. Sie koordiniert die Arbeit, ist Mittlerin zum Landeskirchenamt und den anderen kirchlichen Einrichtungen und vertritt den Bischof in Arbeitsgruppen. Was gibt es Neues in der Welt? Welche aktuellen Themen könnten durch Landesbischof Meister angesprochen werden?

Die vielen Ideen des Bischofs müssen recherchiert werden. „Zusammen mit den Kollegen der Pressestelle und meiner Kollegin in der Kanzlei bin ich auch so etwas wie ein Themenscout“, so Mustert, „und versuche, frühzeitig Informationen zu beschaffen und Kontakte zu knüpfen.“ Denn das große Netzwerk derer, die aus ihren Fachbereichen die Arbeit unterstützen, ist unschätzbar wichtig.

Als Theologin arbeitet sie dem Landesbischof für seine Predigten, Vorträge und anderen Veröffentlichungen zu, bevor er sie dann konzipiert und endgültig verfasst. Den allerletzten Schliff bekommen die Texte manchmal noch auf der Fahrt des Bischofs zum Termin.

Einschulungsgottesdienst mit Landesbischof Ralf Meister