Mehr als Glückwünsche und Predigten

Ein Bischofsjahr hat 2.000 Termine, 6.000 Weihnachtsbriefe und 40.000 Kilometer

Ökumene

Annedore Beelte-Altwig arbeitet als Referentin mit einer halben Stelle für die ökumenischen Aufgaben des Landesbischofs in der Kanzlei. Landesbischof Meister ist Co-Vorsitzender der Meissen-Kommission der EKD, über die die EKD die Partnerschaft mit der Church of England pflegt. Außerdem ist er Initiator der Syrienhilfe der Landeskirche. Annedore Beelte-Altwig unterstützt ihn besonders in diesen beiden Arbeitsfeldern in Kooperation mit den Fachzuständigen in der Landeskirche und arbeitet dem Landesbischof zudem für Texte und Vorträge zu.

Glückwünsche, Urkunden, Finanzen

An Glückwünschen des Landesbischofs zu runden Geburtstagen ist Annegret Kentsch maßgeblich beteiligt: Sie verwaltet eine große Datenbank mit dem Adressenstamm der Kanzlei. Jeden Monat werden viele, viele Gratulationen zu den verschiedensten Anlässen versandt. „Und alle von mir handgeschrieben!“, bemerkt Meister. Weiterhin bereitet Kentsch Urkunden zu unterschiedlichsten Anlässen vor wie z. B. Dankesurkunden zum Ausscheiden langjährig tätiger Ehrenamtlicher. Zudem bringt Kentsch über rund 900 Weihnachtskarten, auch eigenhändig vom Bischof beschrieben, auf den Weg. Der jährliche Auftrag an ein Lübecker Unternehmen ist ihr sehr wichtig: „Was wäre der Besuch des Landesbischofs im Landeskirchenamt in der Weihnachtszeit ohne Marzipanherz?“ 

Termine, Termine...

An die Bischofskanzlei werden täglich Terminwünsche herangetragen. Andrea Verhoeven kümmert sich um jährlich ca. 2.000 stattfindende Bischofstermine. Mit den Terminzusagen ist ein umfassender Schriftwechsel verbunden. Verhoeven klärt vorab, was vom Bischof bei einem Treffen erwartet wird und wie viel Zeit dafür einzuplanen ist. Grundlage für die Jahresplanung sind zahlreiche dicht beschriebene Seiten mit bereits festen Terminen.

Das rollende Büro

Die Fahrt zu den Terminen zu organisieren und durchzuführen, das ist die Aufgabe von Thorsten Bollmann. Mit großem Einsatz ist er für seinen nunmehr dritten Inhaber des Bischofsamts unterwegs. Selbst seinen Urlaub stimmt er mit dessen Terminkalender ab. „Ich war eigentlich schon überall“, so Bollmann, „und auch ohne Navi erreiche ich die Ziele pünktlich.“ Nur einmal in zwanzig Jahren mussten 1.000 Landfrauen vergeblich auf die damalige Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann warten, weil ein Lkw eine Brücke gerammt hatte und der Wagen im Stau stand. Abgesehen von kleineren Beulen ist der Kollege bei mehr als 40.000 Kilometern Fahrstrecke jährlich unfallfrei geblieben. Das Auto ist letztlich ein rollendes Büro: Lesen, Schreiben, Telefonieren, am Notebook arbeiten – das Fahrzeug muss eine gewisse Größe haben, um auf den langen Fahrten auch Abstand zueinander zu gewährleisten. „Konfliktfrei in Zweisamkeit“, nennt es Landesbischof Meister. In Zukunft werden die beiden in einem Elektroauto die Strecken bewältigen.

Telefonzentrale und Empfang

Roswitha Thoke ist erste Ansprechpartnerin am Telefon und betreut die Besuchenden der Kanzlei von der Begrüßung über Catering bis zur Taxibestellung. Die Nacharbeit der Predigt- und Vortragsmanuskripte für das Internet und für den Versand an Interessierte und die „Pflege“ der Büromaschinen gehören zu ihren Aufgaben, ebenso die Bearbeitung des Briefverkehrs. „Rund 6.000 Briefe gehen in den Wochen vor dem Weihnachtsfest auf den Weg“, berichtet Thoke.

Teamarbeit

Die Bischofskanzlei muss Hand in Hand vertrauensvoll zusammenarbeiten; bei wichtigen Terminarbeiten oder besonderen Aktionen ist die Bereitschaft zu einer flexiblen Arbeitszeit bei Einladungen kleinerer und größerer Gruppen in die Kanzlei wichtig. Darauf wird bereits in Vorstellungsgesprächen besonders hingewiesen. Ziel ihrer Teamarbeit, so die Mitarbeitenden einhellig: „Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, dass sich der Bischof zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit dem richtigen Manuskript befindet“.

"Willst du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen."

„Die unverdroßne Bienenschar fliegt hin und her, sucht hier und da ihr edle Honigspeise“: Diese Zeile aus dem geistlichen Sommerlied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ hat die Bischofskanzlei der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers wörtlich genommen.

Denn im Garten der Bischofskanzlei drehen tatsächlich Bienen ihre Runden. Und sicher nicht nur dort: Die von Imkerin Astrid Zühl betreuten Bienen sammeln sicher auch rund um den Maschsee Nektar und Pollen und bestäuben die lange Lindenallee an seinem Ostufer. „Auf diese Weise hilft die Bischofskanzlei mit, auf die Bedeutung der Bienen für den Menschen und seine Umwelt aufmerksam zu machen und die Chancen zu erhöhen, dass unsere Natur so lebenswert bleibt“, heißt es auf der Internetseite www. deutschland-summt.de über den Standort Hannover. Die Fähigkeiten der Bienen erstaunen die Menschen schon immer: Sie haben einen ausgeprägten Orientierungssinn, kommunizieren durch Tänze und können Düfte und Farben unterscheiden.

Nicht umsonst heißt ein Sprichwort: „Willst du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen.“ In der frühchristlichen Zeit waren Bienenkörbe sogar ein Sinnbild für die Kirche. In ihm leben Bienen in Harmonie zusammen und bringen Frucht. Frühere Prediger haben darum das Motiv der Bienenkörbe oft aufgegriffen – und auch vom „Honig des Glaubens“ gesprochen. Damit ist bewiesen: Der Garten der Bischofskanzlei ist auch aus theologischer Sicht ein passender Standort für einen Bienenkorb!