Start für neues Socialmedia-Projekt in der Landeskirche

Nachricht Hannover, 24. November 2022
Dr. Martin Krarup. Bild: Jens Schulze

Mit großer Mehrheit haben die Mitglieder der Landessynode beschlossen, in den kommenden zwei Jahren die Socialmedia-Arbeit in der Landeskirche gezielt zu fördern. Kern des Projektes ist es, Pastor*innen, Diakon*innen und Kirchenmusiker*innen, die im Bereich Socialmedia bereits profiliert tätig sind, mit Stellenanteilen für ihre Arbeit auszustatten und sie untereinander zu vernetzen.

Den Bericht zum Projekte stellte der Vorsitzende des Ausschusses für Theologie und Kirche, Dr. Martin Krarup (Sprengel Stade) vor. Mit Blick auf viele Socialmedia-Aktivitäten, die in der Zeit der Pandemie entstanden sind, befand Krarup „viel Digitales ist gekommen, um zu bleiben.“ In den letzten zweieinhalb Jahren habe sich auch die Kirche verändert, soziales Leben verlagerte sich ins Digitale, so der Buxtehuder Superintendent. Angebote und soziale Medien selbst entwickelten sich dynamisch. „Kirchenleitung muss mit denen, die dort handeln, in engem Austausch sein.“

Daher gehe es jetzt auch darum, Möglichkeiten und Rahmenbedingungen für Online-Gemeinschaften zu erarbeiten, „weil die Botschaft von Gottes Liebe dort Gehör finden soll, wo Menschen sind, wo sie kommunizieren“. Das Projekte soll intensiv wissenschaftlich begleitet werden. Ziel ist es, Grundlagen dafür zu schaffen, wie die Arbeit im Bereich Socialmedia in Zukunft regulärer Teil des kirchlichen Aufgabenspektrums sein kann.

Geplant ist für das Projekt die Zusammenarbeit mit Pastorin Ina Jäckel (Leer), den Pastoren Christopher Schlicht und Max Bode (beide Bremerhaven) und Pastor Quinton Ceasar (Wiesmoor). Ebenfalls beteiligt sind die Pastorinnen Ellen und Stefanie Radtke, die mit dem Format „Anders Amen“ sehr erfolgreich auf YouTube sind. Offen ist noch die Besetzung von Stellenanteilen, die für Diakon*innen und Kirchenmusiker*innen vorgesehen sind.

Die Diskussion um zusätzliche Mittel sei in den beiden Ausschüssen für Theologie und Kirche sowie des Öffentlichkeitsausschusses durchaus auch kontrovers diskutiert worden, sagte Krarup. „Ob und wie um solche Angebote geistliche Gemeinschaften entstehen, ob und in welcher Weise die Sozialen Medien künftig zu kirchlicher Arbeit einfach dazugehören und gewissermaßen hybrid die Gemeindearbeit bereichern – all das lässt sich nur beantworten, wenn wir praktische Erfahrungen machen und sie auswerten“, so Martin Krarup.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 280.000 Euro pro Jahr. Der Projektstart ist für den 1. Januar 2023 vorgesehen.