Neustrukturierung Baufachverwaltung

Nachricht Hannover, 21. Mai 2022

November-Tagung entscheidet über Zukunft von Modellprojekt

Bild: Jens Schulze

In einem Zwischenbericht zum langwierigen Reformprojekt der Baufachverwaltung bemühten sich Oberlandeskirchenrat Adalbert Schmidt und der leitende Baudirektor i.K. Werner Lemke um kurzweiligen Stil und langfristige Perspektiven. Dabei bewerteten die beiden Vertreter des Landeskirchenamtes vor allem die seit 2020 laufende Erprobung regionaler Baufachzentren in mehreren ostfriesischen Kirchenkreisen optimistisch. Noch liefen zwar qualitative Interviews zur Zufriedenheit aller Beteiligten und Erhebungen zur Effizienz des 2018 von der Synode beschlossenen Modells. Es sei aber gut möglich, dass man zur November-Tagung der Synode eine Ausweitung der Fachzentren vorschlagen werde. Damit könne dann womöglich eine seit 2007 laufende Diskussion zu einem guten Ende geführt werden.

Baudirektor Lemke erläuterte, dass ein Baufachzentrum wie jenes in Aurich als Anlaufstelle für alle Gebäudearten fungiere: Pfarrhäuser, Friedhofskapellen, Kirchgebäude, Kindertagesstätten. Baubetreuungen, die man selbst nicht leisten könne - was in Zeiten des Fachkräftemangels durchaus häufiger auftrete - würden an externe Architekten des Vertrauens vergeben. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten funktioniere nach Einschätzung des LKA sehr gut. Lediglich der Name "Baufachzentrum" müsse verändert werden, denn regelmäßig kämen Menschen, um Schrauben zu kaufen.

Hoffnungsvolle Reaktionen

Oberlandeskirchenrat Schmidt ergänzte, dass man sich nach aktuellem Stand vorstellen könne, die neue Struktur auf ganz Ostfriesland auszurollen. Auch gebe es erste Überlegungen, sie gar auf die ganze Landeskirche auszuweiten. Die Gesamtzahl der Gebäude steige dabei beständig. "Wir haben zu viele Gebäude", sagte Schmidt. "Deshalb werden wir Baubeauftragte in den Kirchengemeinden brauchen." Letztlich werde man "harte Entscheidungen treffen" und sich womöglich auch von Gebäuden trennen müssen.

In der Aussprache dankte Dr. Bettina Siegmund (Kirchenkreis Leer, Sprengel Ostfriesland-Ems), die Vorsitzende des synodalen Umwelt- und Bauausschusses, den Vortragenden. "Wir haben lange um ein gutes, nutzerfreundliches und flexibles System gerungen", sagte sie. Nun habe man es offenbar gefunden.

Der Synodale Dr. Johannes Keymling (Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen, Sprengel Hannover) fand den Vortrag auch "hoffnungsvoll", wies aber auf "plötzliche Großschadenslagen" hin: "Dafür sind Ansprechpartner nötig, wenn möglich auch in den Baufachzentrum." 

Die Synodale Christine Rinne (Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf, Sprengel Hannover) zitierte die Band "Ton Steine Scherben" und wünschte sich in deren Worten, dass ihr Traum Wirklichkeit werde: "Es sollte noch mehr in Richtung der Begeisterung und des pragmatischen Umsetzens gearbeitet werden." 

Der Synodale Rainer Müller-Brandes (Stadtkirchenverband Hannover,
Sprengel Hannover) wies schließlich auf die aktuell praktizierte Beauftragung von externen Wohnungsverwaltungen für Mietwohnungen in Kirchenbesitz hin und regte an, dass dies weiter möglich sei.

Größtes Problem bleibt Fachkräftemangel

Oberlandeskirchenrat Schmidt entgegnete, dass dies ohne Weiteres möglich sei, solange nicht die Kirchengemeinde, sondern die Stadtkirchenkanzlei beauftrage. Auch über die Frage der Großschäden habe man im Ausschuss gesprochen und werde sich weiter dazu beraten. Er sehe aber den aktuellen Ablauf als ausreichend an, weil man ohnehin immer eng mit den Versicherungen zusammenarbeiten müsse. Das größte Problem sehe er vielmehr in der Akquise geeigneter Fachkräfte.