Bischofsbericht Teil 4 - Jüngere und Ältere in den Blick nehmen

Nachricht Hannover, 25. November 2021
Bild: Jens Schulze

Der am Mittwochabend von der Landessynode beschlossene Zukunftsprozess soll nach Ansicht von Ralf Meister zwei Bevölkerungsgruppen besonders in den Blick nehmen. In seinem Bericht regte der leitende Geistliche an, verstärkt die Generation 60Plus sowie Kinder und Jugendliche nach ihren Vorstellungen von zukünftiger Kirche zu befragen.

„Gerade die Generation der Über-60-Jährigen muss schon im Planungsstadium unseres Zukunftsprozesses gewonnen werden – und nicht nur aus dem binnenkirchlichen Kontext heraus.“ Ein Viertel der Bevölkerung gehöre, so Meister, schon heute zur Generation 60Plus, Tendenz in den nächsten Jahren weiter steigend. „Das Lebensgefühl dieser Menschen ist positiv geprägt, die Lebenszufriedenheit hoch.“ Das, was ältere Menschen bei und in der Kirche suchten, habe sich grundlegend geändert. „Heute wünschen sie sich von der Kirche eine ermutigende Spiritualität, die sie befähigt, Neues zu beginnen.“ Die Frage sei: „Wie kompetent will unsere Kirche für diese Generation sein? Wie will sie die Kraft und die Schönheit dieser Generation betonen und zugleich die Schutzbedürftigkeit des Alters würdevoll im Blick behalten?“

Wer nach der Zukunft frage, müsse natürlich auch Kinder und Jugendliche befragen, führte der hannoversche Bischof weiter aus. „Fragen, zuhören, lernen.“ Diese Trias sei wichtig im Dialog mit der Jugend. Religion spiele für einen großen Teil der Jugendlichen laut Studien nach wie vor eine wichtige Rolle. „Aber es muss uns klar sein, dass interkulturelle und interreligiöse Kompetenz und Dialogbereitschaft gefragt sind.“ Denn ein nicht geringer Teil der religiös Interessierten seien Muslime. 

„Ich setze große Hoffnung in die nächste Jugendsynode unserer Landeskirche.“ Unter dem Motto „Kirche der Zukunft“ ist diese Synode am 19. und 20. Mai nächsten Jahres geplant. 80 Jugendsynodale aus der gesamten Landeskirche werden an ihr teilnehmen. „Wie beim letzten Mal im Jahr 2015 wird, so hoffe ich, wieder ein starker Impuls von dieser Jugendsynode in unsere Landeskirche ausgehen, so dass junge Menschen Themen setzen, die wir dann aufnehmen werden.“