Bericht Umwelt- und Bauausschuß

Nachricht Hannover, 25. November 2020

Wieviel Bio soll es sein?

Bild: EMA (screenshot)

Regional? Saisonal? Bio? In der Aussprache zum Bericht des Umwelt- und Bauausschusses zur Umsetzung von Klimaschutzkonzepten innerhalb der hannoverschen Landeskirche entspann sich eine Debatte zu „Bio-Lebensmitteln.“ Der Ausschuss empfiehlt für Kinder- und Jugendfreizeiten im Sinne des Klimaschutzes „beispielsweise für eine Verpflegung nach regionalen, saisonalen bzw. Bio-Kriterien“ finanzielle Zuschüsse zu gewähren.

So betonte die Synodale Christine Lührs (Sprengel Osnabrück), dass Bio-Lebensmittel nicht unbedingt nachhaltiger produziert werden würden als konventionell angebaute, da wegen der geringeren Ernteerträge im biologischen Anbau mehr Flächen bewirtschaftet werden müssten. Konventionelle Landwirtschaft und Bio-Landwirtschaft sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden.

In diese Richtung argumentierten auch die Synodalen Tanja Heuer (Sprengel Lüneburg) und Ulf Thiele (Sprengel Ostfriesland-Ems). Heuer meinte, das „Bio-Kriterium sollte nicht so hoch gehängt werden“. Thiele wies daraufhin, dass manche Bio-Lebensmittel lange Transportwege hinter sich hätten.

Die von einigen Synodalen kritisch gesehene Checkliste „Green Events Hannover“ der Evangelischen Jugend (zu finden unter http://www.ejh.de/greenevent) wird von den Synodalen Ann-Marie Reimann (Sprengel Hannover) sowie Henning Enge (Sprengel Osnabrück) und Bernd Rossi (Sprengel Göttingen-Hildesheim) als gute Grundlage für nachhaltige Entscheidungen angesehen, wie sie in der Aussprache verdeutlichten. Jugendliche sollten befähigt werden, eigene Entscheidungen zu treffen. Bei der Checkliste gehe es nicht nur um „bio oder nicht-bio“, sondern vornehmlich um eine Haltungsfrage, hieß es in der Debatte.

Abschließend bedankten sich sowohl Dr. Bettina Siegmund wie auch Torben Salm für die Mitglieder des Umwelt- und Bauausschusses für die „angeregte Diskussion“. Siegmund wies zudem daraufhin, dass es im kommenden Jahr Veranstaltungen zum „Agrardialog“ zwischen Landwirtschaft und Kirche geben werde. Salm hob hervor, dass es eine Evaluation für die bezuschussten Kinder- und Jugendfreizeiten geben werde. Danach sei eine Entscheidung möglich, ob auch für die Jahre 2023/24 Geld im Haushalt für die Bezuschussung von nachhaltig gestalteten Freizeiten eingestellt werden sollten.

Den Antrag des Ausschusses, umgehend den Bau von Heizungsanlagen mit erneuerbaren Energieträgern zu fördern, nahm die Synode mit großer Mehrheit an. Auch der zweite Antrag, Kinder- und Jugendfreizeiten mit Geld für klimafaire Gestaltung zu fördern, bewilligte die digitale Versammlung mit großer Mehrheit.