Viel Technik für den Livestream

Nachricht Hannover, 09. Juli 2020

Drei Kameras, zwei Übertragungskanäle und ein Kilometer Kabelwege

Bildmischer für Landessynode
Ein Bildmischer wie dieser hilft bei der Live-Regie für Bild und Ton auf der II. Tagung der Landessynode am Freitag, 10. Juli 2020. Foto: Mediendienst Bramsche

Die II. Tagung der 26. Landessynode wird anders - wie so vieles zu Coronazeiten. Statt an drei Tagen wird die Tagung nur am Freitag, 10. Juli, stattfinden. Zugleich ist die Zahl der Besucher am Veranstaltungsort in Hannover streng limitiert. Damit trotzdem möglichst viele Menschen die Debatte sehen, hören und dabei mitreden können, bietet die Landeskirche einen Livestream an, und zwar hier.

Zahlreiche Kameras und Mikros im Saal, Übertragung von Fragen und Antworten der Synodalen auch über Videochat - der Aufwand dafür, dass alles reibungslos läuft, ist immens. Wie groß - das erklärt Kai-Fabien Rolf, Leiter vom
Mediendienst der Evangelischen Jugend Bramsche.

Mehr als ein Kilometer unterschiedlichster Kabel befinden sich in diesem Kofferraum. Foto: Mediendienst Bramsche
Mehr als ein Kilometer unterschiedlichster Kabel befinden sich in diesem Kofferraum. Foto: Mediendienst Bramsche

Der professionelle kirchliche Anbieter von Videos und der dazugehörigen Technik ist regelmäßig auch für die Landeskirche tätig. Sein 26-jähriger Leiter organisiert mit seinem Team die gesamte Technik - und ist für den Aufbau bereits am Donnerstag angereist. "Wir haben drei Kameras für Live-Produktion dabei", sagt Kai-Fabien Rolf. "Das Herzstück ist ein Vier-Ebenen-Bildmischer. Über den kann ich steuern, dass etwa im YouTube-Stream nur eine Kamera, bei der Übertragung auf Zoom aber mehrere genutzt werden. Alles ist sehr flexibel einstellbar - und natürlich in höchster Qualität." An zwei Kameras stehe eine Person, die sie bedient, ähnlich wie bei einer Fußballübertragung am Spielfeldrand. Eine dritte liefert die Totale. "Außerdem kann ich vom Bildmischer aus ferngesteuert Bildfarbe, Schärfe und vieles mehr einstellen", sagt Rolf. Verschiedene Laptops übernähmen dann das Streaming des Signals.

Knapp einen Kilometer Kabel unterschiedlichster Art haben die Bramscher dabei, dazu werden insgesamt 16 Funkgeräte im Einsatz sein. Ein fünfköpfiges Team ist am Freitag am Start: Zwei Personen an den Kameras, eine am Bildmischer, ein Toningenieur und ein weiterer Helfer, der dauerhaft mit dem Präsidenten und dem Präsidium der Synode in Kontakt steht. Im zentralen Gang zwischen den Sitzreihen der Synodalen werden für Redebeiträge drei Funkmikrofone auf Stativen stehen, die regelmäßig desinfiziert werden.

Kai-Fabien Rolf und vier weitere Team-Mitglieder vom Mediendienst Bramsche sorgen für gute Bilder und Tonsignale von der Synode. Foto: Mediendienst Bramsche
Kai-Fabien Rolf und vier weitere Team-Mitglieder vom Mediendienst Bramsche sorgen für gute Bilder und Tonsignale von der Synode. Foto: Mediendienst Bramsche

Wichtig ist aber nicht nur das Geschehen vor Ort, sondern auch die Möglichkeit für die per Zoom zugeschalteten Synodalen, Fragen zu stellen und auf das zu reagieren, was in Hannover gerade passiert. "Wenn jemand mit technischen Probleme kämpft, ist im Notfall auch immer die Zuschaltung per Telefon eine Option", sagt der Leiter des Mediendienstes.

Eine Veranstaltung dieser Größenordnung ist für den Mediendienst nicht gänzlich neu - man habe etwa schon beim Kirchentag in Wittenberg und andernorts gestreamt, wo die Anforderungen hoch waren. "Wir haben da durchaus Erfahrung", sagt Rolf. "Aber die verschiedenen Kommunikationskanäle anzubieten, das kommt nicht so häufig vor. Und meist kennen wir beinahe alle Mitwirkenden persönlich. Das ist bei der Synode natürlich völlig anders. Aber wir freuen uns sehr, dass wir nun viele Synodale sehr intensiv kennenlernen werden."

Alexander Nortrup