"Bunt statt braun"

Nachricht 21. Februar 2020
Synodenpräsident Matthias Kannengießer, Vizepräsidentin Wencke Breyer und Landesbischof Ralf Meister. Bild: Landeskirche

Nach dem Anschlag von Hanau haben am Freitagabend rund 3.000 Menschen in Hannover gegen Rassismus und Rechtsextremismus demonstriert. Mit einer Schweigeminute gedachten sie der Opfer. Dabei waren auch viele Mitglieder der Landessynode, die für die Kundgebung ihre Sitzung unterbrochen hatte.

"Uns verbindet die Trauer und die Fassungslosigkeit", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bei einer Mahnwache vor der Marktkirche. "Uns verbindet aber auch das Wissen, dass diese Gewalttat mehr war als ein Amoklauf."

Es handle sich um ein weiteres Glied in einer Kette rechter Gewalt in Deutschland, betonte Weil. Dazu habe auch die AfD mit ihrer Agitation beigetragen. Nötig sei jetzt ein starker Staat, der alle Menschen schütze. Nötig sei aber auch eine starke Gesellschaft von selbstbewussten und überzeugten Demokraten. "Kein Fußbreit den Feinden der Demokratie in Deutschland."

Zu der Kundgebung hatte das breite gesellschaftliche Bündnis "Bunt statt braun" mit vielen weiteren Partnern aufgerufen. Zu den Teilnehmern zählten auch Vertreter von muslimischen Verbänden und jüdischen Gemeinden, von Gewerkschaften und Parteien.

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) sagte, Angst machten die Taten wie in Hanau, Angst machten aber auch eine Sprache und eine Ideologie, die Minderheiten beleidigten. "Nach dem Sagbaren kommt das Machbare", mahnte Onay. "Was mit dem Angriff auf die Menschlichkeit beginnt, endet mit dem Angriff auf Menschen." Dies dürfe niemand hinnehmen.

Marktkirchen-Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann unterstrich: "Jede und jeder ist ein geliebtes Kind Gottes." Kein Mensch dürfe sich deshalb über einen anderen erheben. Ausgrenzung und Rassismus seien mit christlichen Werten nicht vereinbar.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen