Herausforderungen 2020-2026

Nachricht 22. Februar 2020

Aktenstück des Landeskirchenamts: „Lebendig, offen und vielfältig das Evangelium kommunizieren“

Das Landeskirchenamt (LKA) hat am Sonnabend einen Bericht zum Stand des kirchlichen Lebens und der kirchlichen Arbeit vorgelegt. LKA-Präsidentin Dr. Stephanie Springer richtete dabei den Blick darauf, wie Kirche angesichts der „Erkenntnis von gesamtgesellschaftlichen Veränderungen“ auch einen eigenen Beitrag zur Transformation leisten kann. „Wenn wir auch in Zukunft lebendig, vielfältig und offen das Evangelium kommunizieren wollen, dann können wir auf die geschilderten Herausforderungen nicht mit einem klassischen Konsolidierungsplan oder Konzentrationsprozess reagieren“, sagte Springer.

Nicht der Bericht als solcher, aber seine deutlich knappere, pointiertere Form sei für das LKA ein Novum. „Dies ist durch die Verfassungsänderung angelegt“, sagte die LKA-Präsidentin. In dem Aktenstück wird eine große Bandbreite aktueller und künftiger kirchlicher Arbeitsschwerpunkte definiert - von der Ökumene bis hin zum interreligiösen Dialog. Auch die missionarische Ausrichtung der Landeskirche wird in dem Dokument beschrieben. Dabei werden unter anderem neue, andere Formen von Gemeinden benannt, die sich auch an besonderen Orten wie social-media-Plattformen bilden. „Die Digitalisierung als Querschnittsthema eröffnet große Möglichkeiten für die Verkündigung und die Kommunikationsarbeit der Kirche, für Bildungsarbeit, Fort- und Weiterbildung, für die binnenkirchliche Kommunikation und die Verwaltung in der Landeskirche auf all ihren Ebenen“, sagte Springer.

Bildungsarbeit mit jungen Menschen, Perspektiven für die Integration von Geflüchteten, weitere Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes - die angesprochenen Themen ssind großformatig dargestellt, so Springer. Mögliche Schritte und Maßnahmen würden bewusst nur in Stichworten aufgezählt. Man wolle „Räume eröffnen zum Denken und Ausprobieren, zum Vernetzen und Kommunizieren“, sagte Springer. Das sei besser als „Ziele vorzugeben und einheitlich Ergebnisse umzusetzen“. 

Einen Transformationsprozess zu gestalten bedeute, auf allen Ebenen Transformationsfähigkeit zu erwerben, sagte Springer: „Wirklich Lerngemeinschaft zu sein, das heißt mitnichten, dass alles Bisherige über Bord geworfen wird, sondern dass wir üben, immer wieder neu alles zu prüfen und nur das Gute zu bewahren.“

In der anschließenden Aussprache zum Bericht des Landeskirchenamtes wurde das gekürzte Format allseits gelobt. In den zurückliegenden Jahren waren die Berichte stets mehrere hundert Seiten lang. Nach Ansicht von Superintendent Christian Berndt hätte jedoch die Jugendarbeit etwas ausführlicher thematisiert werden dürfen. Die Synode folgte dem Antrag von Dr. Fritz Hasselhorn (Sprengel Osnabrück), dass der Bericht in allen Ausschüssen ausführlicher beraten werden solle.