Aussprache zum Bischofsbericht II: Thema Klimaschutz trifft den Nerv der Synode

Nachricht 16. Mai 2019
Bild: Jens Schulze

Lange Debatte nach dem Bischofsbericht zum Thema Klimawandel: Für die Beteiligung der beiden Fridays-for-Future-Vertreterinnen Paula Seidensticker und Lisa Steinwandel bekam Landesbischof Ralf Meister viele positive Reaktionen aus dem Kirchenparlament.  

So lobte Jens Rannenberg (Gifhorn) das „neue Format“, die Kirche müsse sich öffnen. Ein möglicher Perspektivausschuss der 26. Landessynode sollte nicht nur kirchen-intern besetzt sein, forderte auch Rolf Bade (Hannover). Die Frage sei nicht, welche Kirche „wir“ wollen, sondern vielmehr: „Welche Kirche sind wir den Menschen schuldig?“

Der Jugenddelegierte Claas Goldenstein (Stade) mahnte ein konsequentes Handeln an. „Warum hat die Landeskirche keinen Rahmenvertrag mit einem echten Öko-Stromanbieter“, fragte der Jugenddelegierte. Auch Bettina Siegmund (Leer) pflichtete den beiden Fridays-for-Future-Vertreterinnen bei: „Ich kann die Ungeduld sehr gut nachempfinden.“ Die geschafften Schritte im Blick auf ein kirchliches Klimakonzept seien „peinlich klein“, übte die Synodale Selbstkritik und beklagte: „Wir stoßen an Grenzen im eigenen System.“ 

Christian Sürie (Hildesheim) zeigte sich vom Vortrag der jungen Frauen „nachhaltig beeindruckt“ und warb gleichfalls für eine Beteiligung der jungen Generation an einem von der nächsten Synode zu bildenden Perspektivausschuss. Allerdings müssten Emotionalität und Rationalität in einem guten Verhältnis zueinander stehen.

Eine Einschränkung, die Claas Goldenstein so nicht stehenlassen wollte. Es falle schwer, angesichts des sechsten großen Artensterbens nicht emotional zu sein. Demgemäß bat der Jugenddelegierte um Behutsamkeit im Umgang mit den Emotionen junger Menschen.

Ein Beispiel dafür, wie sich die aktuelle Klimaschutzbewegung in den Religionsunterricht integrieren lässt, gab Inga-Mirjana Krey (Nienburg). Als Religionslehrerin habe sie mit ihren Schüler*innen über die Frage diskutiert, ob die schwedische Initiatorin von Fridays for Future, Greta Thunberg, eine Prophetin sei.

In seiner Reaktion zeigte sich Landesbischof Meister selbstkritisch. „Was wir geschafft haben, ist nicht ansatzweise das, was wir uns vorgenommen hatten!“ Das Thema Klimaschutz soll auf Beschluss der Landessynode unter anderem im Umwelt- und Bauausschuss sowie im Jugendausschuss weiter diskutiert werden.