Bibelarbeit von Pastorin Sybil Chetty

Nachricht 17. Mai 2019
Bild: Merle Specht

Wie verhalten wir uns, wenn die Ressourcen knapper werden? Die südafrikanische Pastorin Sybil Chetty, die in Osnabrück arbeitet, hielt am Morgen vor der Landessynode eine eindringliche Bibelarbeit. Chetty rief die Synodalen zu einer prophetischen Existenz aus starkem Gottvertrauen auf. „Menschen, die uns begegnen, sollten sagen: Nun erkenne ich, dass du ein Mann, eine Frau Gottes bist.“ Die Pastorin legte ihrer Bibelarbeit eine Erzählung aus dem 1. Buch der Könige zugrunde: Elia am Bach Krit und bei der Witwe zu Sarepta (17,2-15.24).

Im Hintergrund der Elia-Geschichten steht die Bedrohung des Jahwe-Glaubens durch den Baals-Kult. Der Prophet habe Angst gehabt, „aber sein Vertrauen zu Gott war größer“. Chetty, die seit 2017 für insgesamt vier Jahre in einer Kirchengemeinde in Osnabrück sowie im Hermannsburger Missionswerk mitarbeitet, zog eine Parallele zur Arbeit der Synode: Ihre Aufgabe sei es, die Kirche zu leiten in guten und in schweren Zeiten. „Ich bitte Sie, auf Gott zu vertrauen“, machte die Theologin den Kirchenparlamentarier*innen Mut und widersprach der Zukunftsangst: „Angst macht blind für den Willen Gottes.“

Gott habe Elia erwählt, in schweren Zeiten Prophet zu sein. Zugleich habe er für die Witwe zu Sarepta gesorgt, „eine Frau, die ihn gar nicht kannte“. Menschen seien Gottes wichtigste Ressource, schrieb die farbige Geistliche den Synodalen ins Stammbuch. Die Elia-Geschichten erzählten von vielen Wundern, aber „das wahre Wunder ist die Beziehung, die Gott mit Elia teilt.“ Dieses Wunder könnten alle Menschen erleben.

In ihrer Auslegung zum fehlenden Regen der Elia-Geschichte zog Sybil Chetty eine Parallele zum Klimawandel. Die Ärmsten der Armen seien am stärksten betroffen, der Handlungsdruck werde größer. Die Pastorin würdigte die Spendenbereitschaft der Deutschen, etwa für die Opfer des Wirbelsturms Idai, nannte auch persönliche Beispiele und mahnte: „Es ist einfach zu helfen, wenn wir genug Ressourcen haben, aber was ist, wenn die Ressourcen begrenzt sind?“

Die Witwe zu Sarepta habe nicht ahnen können, dass Gott für sie sorgt. Sie habe den Worten Elias vertrauen können, weil sie nichts zu verlieren hatte, nannte Chetty einen Unterschied zur Situation der meisten Menschen in Deutschland. Schließlich gebe es viele falsche Propheten, auch in Südafrika. „Wann ist es für Sie eine Herausforderung zu glauben, und warum“, fragte Chetty. Die Beziehungen zwischen den Partnerkirchen dürften nicht sterben. Ihr Resümee: „Wir sollten zusehen, dass unser Glaube lebendig bleibt.“